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Mein Hundesportverein in Weixdorf hatte ein Übungswochenede organisiert. Unterordnung, Schutzdienst und Fährtentraining.

Frauchen, war bei unserem Sohn, somit durfte Herrchen sich mit den Schnauzern ärgern. Ich muss -denke ich- nicht erwähnen, wer uns angemeldet hat.

Die Gründe, weshalb ich schon nach dem ersten Tag die Notbremse zog, gehören nicht hier her. Nur kurz, nach meinem ganz individuellen Empfinden, lag der Ausbildungs-Schwerpunkt nicht im Fährtenbereich. Danke den Organisatoren für den -bis auf das Fährten- tollen Tag: Ihr habe Euch wirklich Mühe gegeben!

Drei Männer allein zu Hause, das kann eine Chance sein. Also gingen wir am Samstag und Sonntag in die Fährte. Ein Acker war schnell gefunden und somit durften die Schnauzer ran. Während Benny am Freitag die Fährte nicht einmal ansatzweise laufen wollte, suchte er am Samstag FH-reif, um heute beinahe jeden Winkel zu ignorieren.

Einstein (Spike), der am Freitag toll suchte (bei ca. 1m hohem Gras nicht wirklich ein Kunststück), suchte gestern prüfungsreif auf von steinigem Acker, über Wiese bis hin zu Matschacker.
Heute zeigte er wieder, wie gern er sucht. Eine 2,5 Stunden alte Fährte auf Acker, mit mehreren spitzen Winkeln, einem Vollkreis als Winkel  und sich drei x selbst überschneidender Fährte, fehlte ihm am Ende der langen Strecke nur etwas Kondition. “Motte-Mutti”, die sich spontan dazu gesellt hatte, lobte meinen Fährtenhund, um danach in Frauchens Horn zu blasen: “Dein Hund muss nichts mehr lernen … aber Du!”

Ob sich die Frauen abgesprochen haben – oder liegt das in ihren Genen?

Ein krankes Herrchen, ein verletzter Zwergschnauzer – das bedeutet eigentlich ein ruhiges Wochenende. Leider nicht so bei Frauchen. Ihre Logik: Das vergessen die beiden Wimmermänner, dass ihnen etwas fehlt und der Riese hat auch noch eine sinnvolle Ausarbeitung.

Benny bekommt eine Fährte mit vielen Winkeln gelegt. Für Spike mache ich es einfacher, er muss einen hundeverseuchten Fußweg, angrenzendes Gestrüpp und eine Straße überqueren.

Nach dem Fährtenlegen gehen wir noch einmal kurz mit den Schnauzern auf das Feld und lassen sie etwas toben. Benny läuft und tollt ganz normal.

Bennys Fährtenansatz: Benny läuft normal neben Frauchen. Plötzlich erkennt er den Fährtenansatzstab, mit einem Schlag ist die linke Vorderpfote angewinkelt und wird definitiv nicht mehr eingesetzt. Sein Blick spricht Bände:”Ich kann doch nicht wirklich mit drei Pfoten suchen!?” Aber Frauchen zeigt -welch Wunder- de, Zwerg gegenüber die selbe Härte, die sonst nur Herrchen zu spüren bekommt. Und siehe da, nach ungefähr sechs Schritten findet der kleine  Brad Pitt Futter in der Fährte, nimmt die Pfote runter und fährtet komplett durch. Er hat eine seit langem nicht mehr gezeigte Freude in der Fährtenarbeit gehabt. Die Winkel lief er wirklich gut und beim Verweisen musste Frauchen nur einmal darauf hinweisen, dass Platz halt wirklich komplett den Bauch auf den Boden bedeutet und nicht nur eine Brustberührung darstellt.

Spike hat seine erste Fährte bravourös gemeistert. Bei der zweiten Fährte, hat er gelernt, dass Straßenquerungen nicht nur rechtwinklig, sondern auch schräg möglich sind. Bei einem auf der Straße getretenen Winkel habe ich den Riesen wahrscheinlich überfordert. Aber: Mit kreisendem Suchen fand er seinen Jackpott nach kurzer Zeit ganz allein! Herrchen ist so stolz auf seinen Fährtenriesen!

 

Gestern nutzte der kleine Hinkefuß zum ersten Mal für kurze Zeit alle vier Pfoten. Wie sich Hundebesitzer doch über derartige Fortschritte freuen können?!

Heute war der Termin der Nachbehandlung in vorgenannter Tierklinik. Mir war bei dem Gedanken, einen Gehaltsnachweis mitführen zu müssen, die Idee gekommen, diesen Termin abzusetzen. Aber Frauchen bestand mit aller Konsequenz darauf, dass ich im Notfall eine Hypothek auf das Haus aufnehme, nur um ihren Zwerg gesunden zu sehen. 

Die Ärztin kam mir besserwisserisch und hochnäsig vor – oder lag es nur an meiner Angst, ihr einen neuen Ferrari sponsern zu müssen? Augenkontrolle, Schorf entfernen und die maltretierte Pfote mit Unterschenkel begutachten – so das 5-Minuten Programm. Fazit: Benny wird es nachwirkungsfrei überstehen. 

Mit schlotternden Knien (ich, nicht Benny) ging es zur Kasse. Die Frauchen letztens angedrehte Halskrause durfte ich zurück geben -Halskrause im Rudel ist einfach nur blöd, eine aufgeschnittene Socke des vierjährigen Nachbarssohnes mit Tape fixiert ist einfach effektiver. Behandlung plus Material (Wasser und Tupfer) abzüglich der Kosten für eine Halskrause, macht summa summarum: 0,11 €. 

Also darüber kann nun wirklich keiner meckern. Ich habe großzügig auf 20 Cent aufgerundet, … frei nach dem Motto:” Für meinen Schnauzer ist mir nichts zu teuer!”

Nach dem ewig langen Winter, genossen wir das erste sonnige Wochenende bei Freunden. Frauchen hatte uns mehr oder weniger bei den Satans Meute Leuten angedroht.

Bei Herrchens Plänen, die Fährtenhundprüfung IPO-FH in diesem Jahr erfolgreich abzulegen, bot es sich an, die professionelle Hilfe von Gabi und Uwe in Anspruch zu nehmen. Ich fasse mich hier kurz:

  • Das Gespann Benny-Frauchen hat ein großes Stück Arbeit vor sich, wenn der Zwergschnauzer Frauchens Wünschen entsprechen will.
  • Der “Riesen-Fährten-Such-und-Finde-Hund” hat seine Aufgabe wirklich zu Herrchens Stolz und der Züchter wohlwollender Zufriedenheit gemeistert. Auch mit einem orientierungslosen Zweibeiner hinter sich, macht Spike seine Sache gut.
  • Trotz sporadischem, persönlichen Kontakt zu den Satans Meute Protagonisten, ist daraus ein echt freundschaftliches Verhältnis entstanden.

Sonnabend, 13.April:

Nach dem Fährtentraining mit beiden Schnauern, welches Herrchen zu Lobeshymnen veranlasste und Frauchen in ihren Zweifeln bestärkte, saßen wir abends gemütlich bei unseren Gastgebern. Nach dem Ausklang des Abends ging Herrchen mit beiden Schnauzern noch eine Gassi-Runde.
Benny, der Übereifrige, rannte urplötzlich auf ein Einfahrttor zu, bellte kurz auf, um unmittelbar danach in den höchsten Tönen zu winseln. Er hatte sich unter dem Tor mit einem Jagdterrier ein einseitiges Gefecht geliefert. Der Terrier hat ihm den linken vorderen Unterschenkel und die Pfote “getackert”. Herrchen hat genau so falsch reagiert, wie es wahrscheinlich jeder Hundebesitzer machen würde und beherzt seinen Kleinen zu retten versucht. Das der Riese bei diesem Rettungsversuch im befohlenen “Platz” verblieb, wundert mich jetzt noch und macht mich auch etwas stolz.

Fazit:

Benny ist momentan ein “Dreibeiner”. Er setzt den linken Fuß noch immer nicht ein. Als Rechts-Pinkler kippen wir mit fehlendem linken Stützfuß manchmal beim Markieren noch um oder wir denken daran und lehnen uns gekonnt mit dem gesamten Körpergewicht an den Baum an.

Die Tierärztin in Pretzsch, die Benny am Sonntag verarztete, ist Spitze. Sie hat ohne teure Untersuchung die richtige Diagnose gestellt (am Montag waren wir in Dresden in der Tierklinik und haben für die Nachbehandlung das 7-fache bezahlt).