May
29
2011
| Wochenende für Genesende |
Die Schmerzen sind bösartig. Husten, Lachen und rechtslastige Bewegungen tun mörderisch weh. Also geht es nunmehr vorrangig um meine Genesung. Nach Frauchens Meinung geht das so: 06:30 Uhr eine ausgiebige Runde in der freien Natur. Die Wahl des Ortes hat sie großzügig mir überlassen. Ein Fährtenacker im Süden Dresdens erschien mir dafür geeignet. Nach gut 15 Minuten Feldmarsch befanden wir uns in einer Idylle. Wiese, naturbelassen mit einem Duft aus Kindertagen. Die Hunde fanden das zufällig gefundene urwüchsige Areal toll - mein Rippenbogen bei jedem Atemzug und Schritt auch! Gegen 11:00 Uhr besuchten wir die in Coswig stattfindende CACIB-Europaschau - Elberegioncupsieger 2011. Toller Name für eine so kleine Ausstellung. CACIB klingt seriös. Was wir hier sahen, hat unsere Meinung über "Nicht-VdH-Veranstaltungen" nicht wirklich verbessert. Die Arbeit der Organisatoren und Richter können wir nicht einschätzen, aber auf uns wirkte die Veranstaltung ernüchternd. Hätten wir unsere Schnauzer hier ausgestellt, hätten wir zum Preis von 12,- € einen tollen Pokal mit nach Hause nehmen können und anschließend mangels Konkurrenz wahrscheinlich mit dem Titel EUROPASIEGER hausieren gehen können. Werden die Titel hier wirklich derart inflationär gehandelt, dass es für Laien nicht mehr durchschaubar ist, welches Label was bedeutet? Mir drängte sich der Vergleich zu diversen Ökosiegeln auf. Die Zielsetzung des ausrichtenden Nicht-VdH-Vereines klingt löblich und aller Ehren wert! In sich ist es doch ein Paradoxon: "Es zählt der Hund, nicht das Papier!" Doch geht es um genau dieses hier! Als stammbaumloser Zwergschnauzerhundeführer stellen wir für uns fest: Das deckt sich nicht mit unserer Ansicht von Titeln und Schaubewertungen. DER RECHTE LUNGENFLÜGEL hat sich zwischenzeitlich verabschiedet und sticht gotterbärmlich! Es ist 17:30 Uhr, wir treffen uns mit Motte auf der "Hasenwiese" zum Fährtentraining. Schon die Anfahrt dahin ist für mich eine Tortur. Das Fährten in unserem "Drei-Hunde-Trainingsclub" ist wie immer toll. Bei der reinen Nasenarbeit haben die Schnauzer keine Probleme. Frauchen feilt an Bennys Problem, dass er die Gegenstände nicht sauber anzeigt. Irgendwie hat man bei ihm den Eindruck, suchen macht Spaß ...aber das Hinlegen auf Stoppelacker ist nicht wirklich seine große Freude. Spike fährtet freudig wie ein angehender Mantrailer, so lange er in geraden Linien suchen kann. Bei dem Schenkel mit der Fährte außerhalb von Furchen und Rinnen kommt er in leichte Schwierigkeiten, die er aber nach kurzer Irritation super bewerkstelligt. Motte, die Erfahrenste von allen, hatte das Handicap, dass ich an ihrer Leine hing, ohne die Fährte zu kennen. Dafür, dass die Dackeldame mich im Schlepptau über den Acker hieven musste, war sie ganz schön fix. Das sie toll sucht, muss hier nicht weiter betont werden. Ich bin kurz davor auseinander zu brechen. Die Schmerzen ziehen nunmehr über den kompletten rechten Oberkörper. Verheiratete Frauen wissen, wenn Männer krank sind, dann leiden sie richtig. Erfahrene Frauen aber wissen, wenn Männer nicht mehr klagen, dann ist es wirklich ernst. Ich habe nicht einmal mehr "Piep!" gesagt, als wir allein im Auto waren! Kommt die Reha nicht eigentlich erst nach der Genesung? Danke für den ruhigen Sonntag zum Entspannen! |