Jul
08
2011
| Benny Nachkontrolle |
Zwei Tage nach der OP. Wir sind zur Nachkontrolle in die Tierklinik gefahren. Die sehr nette Tierärztin erklärt uns Bennys Laborwerte. Das Gespräch ergab konkret, unser Kleiner hat Eisenmangel. Die weiterhin, eher vage klingende Diagnose lautet: Myasthenia gravis. Zwar stimmen nach unserer Beobachtung die Symptome hinten und vorne nicht, aber wir sind auch keine Ärzte. Die Behandlung mit "Kalymin 60 N" haben wir erst einmal abgelehnt. Stutzig machte uns die Aussage: Wenn es in den nächsten Tagen besser wird, wissen wir das es hilft. Was soll besser werden? Noch mehr Lebensfreude und Bewegungsdrang und unser Zwerg geht als hyperaktives ADS-Haustier in die Analen der Hunde ein! Meine sehr laienhafte Theorie ist, der oben angeführte Eisenmangel in Kombination mit dem Infekt und der Geschwulst- führte zu dem erschöpfungsähnlichen Zustand. Die vorgenannte Bemerkung "Tabletten-Abo" muss ich relativieren. Kalymin ist zwar rezeptpflichtig, aber wir kämen mit einem 50,-€ -Schein-Fläschchen beinahe ein Jahr lang aus! Alles in Allem geht es dem Kleinen -DANK DER TIERKLINIK- wieder gut! Er schläft tagsüber etwas mehr als vor der Erkrankung, ist aber fit genug, um den "Großen" wieder anzuknurren -wenn dieser Herrchen im Spiel zum Kauknochen umfunktioniert. Frauchen zum Spiel mit seinem Lieblingsgummitier aufzufordern, das funktioniert ebenso toll, wie die Passanten des Fußweges wieder lautstark zu erschrecken - DAS HUNDELEBEN KANN SO SCHÖN SEIN! Das besondere Sauerstoff-Bindungsverhalten von Eisen, wie der Chemiker es nennt, bedingt das Auftreten von Eisen an einer dritten Stelle. Und zwar in den Mitochondrien jeder einzelnen Körperzelle. Die Mitochondrien sind Strukturen, die für den Umsatz von chemischer Energie zuständig sind. Sie sind gewissermaßen die "Kraftwerke" jeder Zelle. Eisenhaltige Enzymesind in diesen Mitochondrien dafür zuständig, dass die "Verbrennung" von energiehaltigen Substanzen - also die Umsetzung von chemischer in biologische Energie - kontrolliert stattfinden kann. Wegen dieser zentralen Funktionen wird sich ein Mangel des Spurenelementes Eisen auch an vielen Organen oder Funktionen ausdrücken. Zuerst wird sich der Mangel an Eisen in der Nahrung auf die Produktion von roten Blutkörperchen im Knochenmark auswirken. Da das Eisen für das Hämoglobin fehlt, dieses also nicht in Erythrozyten eingebaut werden kann, gibt es weniger Erythrozyten ("Blutarmut"). Folge: Eine mangelnde Sauerstoff-Transportkapazität des Blutes. Die jetzt langsam nachlassende Sauerstoffversorgung aller Körperzellen führt zum einen zu uncharakteristischen Krankheitssymptomen mit Müdigkeit, Inaktivität, Leistungsschwäche und bei wachsenden Hunden zu mangelhafter Gewichtszunahme. Parallel werden zum anderen spezielle Körperfunktionen beeinträchtigt. Beispielsweise das Abwehrsystem: Auch weiße Abwehrzellen werden in geringerem Maße gebildet, es kommt dadurch gehäuft zu Infektionen. Auch die Zellen der Haarfollikel sind durch den Eisenmangel beeinträchtigt: Es kommt zu abnehmender Haarpigmentierung. Die Gabe von Eisenpräparaten zur Behandlung eines Eisenmangels ist in solch einer Situation allerdings nur dann gerechtfertigt, wenn irgendeine Erkrankung den Mangel hervorgerufen hat, z.B. chronische, unbemerkte Blutungen im Magen-Darmbereich. Bei allen anderen Formen des Eisenmangels muss der Tierarzt davon ausgehen, dass eine Fehlernährung Ursache ist. Und bei dieser Mangelernährung ist der Hund mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit den übrigen Mengen- und Spurenelemente sowie essenziellen Nährstoffen unterversorgt. Dies bedeutet - so zeigt sich dann - dass auch die Aufnahme, der Transport und der Einbau des Eisens in das Hämoglobin und andere Körperzellen gestört sein wird - eine isolierte Eisenzufuhr mit der Nahrung also keine Heilung bewirken kann. Diese kann nur erfolgen, wenn der Hund wieder eine ausgewogenen, artgerecht bilanzierte Ernährung bekommt, die alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis enthält. Umgekehrt ist klar, so zeigen alle entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen, dass eine solche Ernährung auch der einzige Garant für die Vermeidung der vielfältigen möglichen Mangel- oder Überversorgungszustände mit Mineralstoffen ist. Fazit: Vorbeugende Gesundheitspflege von Hunden heißt also auch im Bereich der Mineralstoffeartgerechte, wissenschaftlich bilanzierte Ernährung. Übrigens: Bei Leistungshunden mit hoher Leistungsabgabe sind akut nur gering erhöhte Mineralstoff-Bedürfnisse gegeben. Diese werden, wie erwähnt, vollständig durch eine angemessene Vollnahrung zugeführt. Die Gabe von Mineralstoffpräparaten, wie sie auch für menschliche Sportler angeboten werden, ist aus wissenschaftlicher Sicht völlig überflüssig. Schlimmer noch, bei humanmedizinischen Untersuchungen zeigte sich, dass solche Präparate/Mineralstoffgetränke zum einen Aufnahme verschiedener Nährstoffe behindern kann und zum anderen zu akuten gesundheitlichen Störungen z.B. des Herzens führen kann. Quelle: http://www.fressi-fressi.de/ Copyright © 2010 B. Trinks Designed: Björn Trinks. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||