Oct
31
2011
| Schulung bei Freunden |
Wir waren verabredet am Freitag um 16:00 Uhr. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk erscheint Uwe- mit Kuchen! Wir wollen hier vom Wissen der Satens Meute Menschen profitieren, uns aber nicht durchfuttern! Aber diese nette Geste des Hausherren, war symptomatisch für dieses Wochenende. Wir waren zu Besuch bei perfekten Gastgebern, die in diesen Tagen zu Freunden wurden. Erhofft hatten wir lediglich ein Paar Tipps, um unsere Fährtenhunde ein kleines Stück nach vorne zu bringen! Schon im Verlauf des Nachmittages wird klar, Uwe verfolgt seinen Plan. Scheinbar belanglos fragt er Frauchen und mich ganz gezielt aus, was wir erwarten. Uwe ist ein absoluter Profi, der sein (unser) Ziel für uns umsetzen will. Sonnabend, wir fährten. Spike zeigt eine 1A Suche, Benny sucht konzentriert, verweist aber nicht. Gabi, die Chefin der Satans Meute, findet sehr schnell den Hebel, um Benny das Verweisen schmackhaft zu machen! Seine "Püppi", für die er sterben würde, wird als Motivationsobjekt eingesetzt. Gabi und Uwe scheinen sich wortlos zu verstehen. Sie geben sich kurze Stichworte und sind sofort ein eingespieltes Dozententeam. Mittags werden wir von Beiden zum Abfischen eingeladen. Sie nehmen uns als Gäste mit, nicht nur als eine voreilig zugesagte Verpflichtung. Welcher Züchter kann von sich behaupten, dass er seine Welpenkäufer -mehr sind wir eigentlich nicht- an seinem Alltag teilhaben läßt? Am Nachmitag geht es auf, zu Runde zwei. Uwe kümmert sich um Frauchen, um diese mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Ironie und absolutem Fachwissen für Bennys Fährtenarbeit fit zu machen. Kurz danach darf ich mit Gabi eine Trainingseinheit absolvieren (genießen wäre wohl übertrieben, da Gabi zwar sehr freundlich, aber auch sehr kritisch ist). Während Spikes zweiter Fährte am heutigen Tage, lerne ich im Umgang und praktischen Handling mehr, als ich mir für dieses Wochenende erträumen konnte. Die Frau ist eine Wucht... die Sucharbeit eher unbefriedigend. Mein Allheilmittel, ich lenke Spike (Einstein) über die Leine fällt sofort auf und wird unterbunden. Führerhilfen jeder Art werden, ganz gleich ob bewusst oder aus Unwissen heraus gegeben, sofort kritisiert. Die Tipps, sind mit Gold nicht aufzuwiegen! Spike s u c h t !!! voller Freude und es ist ein Suchen mit Engagement, Fehlerkorrektur und Kampfgeist. Der Satans-Meute-Riesenschnauzer will unbedingt das Ende der Fährte finden, ganz gleich, ob vorher alles anders war, ob er Unterstützung erhielt, oder ob Herrchen ihn mit seiner Schmuseunterbrechung vom wunderschönen Suchen abhielt. Abends, bei einem sehr gemütlichen Beisammensein, werden die Leistungen per Fotobeweis ausgewertet. Frauchen hat einen Zweihand-Leinentick! Über diese Unbeholfenheit im Umgang mit der Fährtenleine kann ich, als absoluter Leinenprofi, nur lachen! Sonntag, Uwe hat schon die Fremdfährte für Spike gelegt! Wir stehen wieder auf dem Acker. Spike beginnt und sowohl Uwe, als auch ich, sind der Meinung, dieser Hundejunge sucht sehr gut. Die Rüdinnen sehen das zwar etwas anders, aber für uns drei Jungen,war das eine Reife Suchleistung! Charmant wie Uwe ist, verkneift er sich weitere Kritik an meiner Leistung, wahrscheinlich wissend, dass mein Input-Potential ausgeschöpft ist. Benny übt die Päckchenstraße, Frauchen die Orientierung auf dem Feld - so etwas nennt man Vollbeschäftigung! Uwe lässt sie eine weitere Fährte legen, die Benny nie absuchen wird! Nur so, um ihre Konzentration zu schulen; das weiß sie nur noch nicht! Außerdem macht es auch Spaß, seine Frau über einen Acker latschen zu sehen, wie ein Storch im Salat! Man sollte eben zuhören, wenn der Ausbilder Anweisungen gibt! Nach dem Mittagessen -in einem erstklassigen Restaurant in Bad Schmiedeberg- geht es auf zur letzten Runde! Großkotzig lege ich für meinen Traumsuchhund eine ausgefallene Fährte. Gabi, Uwe und selbst Frauchen schütteln nur den Kopf. Lang, mit Bogen und spitzen Winkeln und, und, und! Immerhin hat der Riese -nach meiner Auffassung- ein Konditionsproblem! Spike kämpft sich bis zum ersten Winkel, den ich prompt überlaufe. Als er sich -unter grober Missachtung meiner Hilfe, dass es da noch weiter gerade aus gehen muss- hinter Gabi und mir wieder in die Fährte hinein sucht, entstand folgendes Bild, welches Frauchen heute noch "feiern" lässt:
Das Leinenproblem von Frauchen ist direkt harmlos gegen meine Leinen-Grobmotorik! Langer Rede kurzer Sinn: Spike kämpfte wie ein Löwe um die für ihn eigentlich unlösbare Fährtenaufgabe zu bewältigen und schaffte sie! Dabei ließ er einen Gegenstand aus, verwies 2x mittels wütendem "aus der Spur Werfens" die hier wirklich störenden Gegenstände! Das Leckermäulchen am Ende der Fährte war für diese Leistung eigentlich völlig unterdimensioniert. Merke: Hängt in der Fährte schwer und dumm, Benny hingegen hat mit Frauchen wohl die gelehrigere Fährtenschülerin erwischt. Nachdem die Gegenstände komplett von der Fährte genommen wurden (bis auf den letzten), geht er mit Freude in die Spur. Das "U", mit zwei zusätzlichen rechten Winkeln und einem langen Bogen, suchte er bravourös ab. Abgekämpft, mit Knie- und Rückenschmerzen, nahm Frauchen das ehrliche Lob von Uwe entgegen. Unser Ausflug zu unserem Zwinger v. d. SATANS MEUTE, war für uns eine ganz neue Erfahrung! So viel Sympathie, so viel Gastfreundschaft, so viel Hilfe - wir sind überwältigt. Während Gabi versuchte zu helfen, wo es ging, sorgte Uwe dafür, dass die Fülle an Informationen, die wir zu verarbeiten haben, uns nicht "erschlägt"! Gabi und Uwe, wenn Ihr diese Zeilen lesen solltet: IHR SEID EIN TOLLES TEAM und wir stehen tief in Eurer Schuld! Danke für die perfekte Schulung, Danke für die (von uns nicht eingeplante) liebevolle Betreuung, Danke für Eure "geopferte" Zeit, DANKE! |


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