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23
2010

Delmenhorst - Tag 1

Wie jetzt? Wir fahren quer durch Deutschland, um mit Martina und Ingo zu trainieren, und jetzt erfahren wir, dass wir mit "irgendeiner Heike" und "irgendeinem Wilhelm" üben sollen?! Gestern haben wir uns als Deppen der Nation präsentiert und heute so etwas! Wer ist das, was können die, wie gut sind die?

Eine Dame, die mir in ihrer Art gestern schon auffiel, wird uns als Ausbilderin vorgestellt. Nach einer kurzen Phase des "Beschnupperns" wird klar, Heike weiß was sie will und wie sie es rüberbringen muss. Binnen weniger Minuten steht fest, "mit ihr werde ich warm!" und kann sehr viel für meine Hunde lernen. Ihre Rhetorik ist bestechend, ihre Fragestellung führt einen Anfänger direkt zum Kern der Probleme. In der Einstimmungsrunde benenne ich kurzerhand mein tatsächliches Hauptproblem - Spielen mit Spike. Immer wieder höre ich: "Du spielst nicht richtig mit deinem Hund!"
Wenn die Dame so gut ist, wie ich hörte, dann kann sie mir hier sicherlich helfen! Und wie sie mir, in Zusammenarbeit mit Wiebke, einer Gruppenteilnehmerin, half. Hätte ich vorher gewusst, wie sehr ich vor Spike "die Hosen runterlassen muss", ich hätte als Schwerpunkt Gruppenkuscheln gewählt! Fakt ist, meine anfängliche Hoffnung:"Wenn ich am Sonntag sagen kann, ich weiß wie man mit einem Hund richtig spielt, wäre ich glücklich!" wurde mehr als bestätigt. Die Zeit war zu kurz, um das Spielen zu festigen, aber die Basis wurde 100-%-ig gelegt. Heike, wenn Du dass hier liest:" Ich hab's begriffen" und übe zu Hause mit meinem "Pampers-Rocker"!

Alles in Allem kann ich zu Heike und Willi nur sagen, für mich war es unter diesen Bedingungen optimal, von und mit ihnen zu lernen und wir würden von Dresden nach Cuxhaven fahren, um bei diesen Ausbildern zu lernen. 

Frauchens Intension der Fährtenarbeit mit dem Bonsai-Schnauzer wurden hier ebenso trefflich bedient, wie mein Problem des sich "gehen lassens".

War Frauchen nach dem "Motte"- Fährten-Einsatz schon begeistert, so fand sie hier dazu wieder eine absolute Fährtenspezialistin, die ihr Wissen nicht für sich behielt.

Im Schutzdienst kam der gestern schon angesprochene "Helfer" Andreas erneut zum Zuge. Mit unwahrscheinlich viel Sachverstand und der deutlich zu spürenden Lust an der Ausbildung baute er Spike Stück für Stück auf.
Vormittagseinsatz zum Beschnuppern und Bestätigen nach der Pleite des Vorabends und ein Nachmittagstraining mit dem Ziel, Spike die Freude am Schutzeinsatz zu vermitteln.
Andreas schenkt Spike nichts, lässt ihn aber gewinnen. Mir erklärt er nebenbei noch die Grundlagen -und schon rennt er wie ein Sprinter vor Spike hin und her und lässt ihm gerade so die Chance, das Kissen zu greifen. Wo nimmt der Mann nur seine Kondition her? Ich war nach maximal zehn Minuten "physisch scheintot", Andreas steht trotz der Doppelt- oder Dreifachbelastung lächelnd und ruhig zur Auswertung bereit. Ist er vielleicht Fahrradkurier mit der täglichen Strecke Mainz - Dresden, oder werde ich richtig alt? (DAZU BITTE KEINE KOMMENTARE !)

Frauchen und Benny wurden direkt von Ingo in den Schutzdienst eingewiesen. Ingo -im Schutzanzug vor unserem ach so gefährlichen Zwerg knieend- knüpfte an den ersten Dresdner Schutzstunden vom Mai an. Ihm haben wir es damit Großteils zu verdanken, dass Benny sich überhaupt von Fremden anfassen lässt.
Hier traf Ingo jedoch auf einen sturen Zwergschnauzer. Nur Bennys quietschendes Lieblingsspielzeug animierte ihn zu Aktionen.  Seine Weigerung die Beißwurst oder eine hundesportliche Alternative zu benutzen wurde zum "running-gag" der Trainingswoche.
Einer der -für mich- ganz Großen des Hundesports, ließ sich tatsächlich von unserem  "Westentaschenhund" herausfordern. Heute -sorry Ingo- ging es 1:0 für den Kleinen aus.

Ob in der Fährtenarbeit (Benny), im Schutzdienst (Spike & Andreas; Benny & Ingo) oder der Unterordnung (beide Schnauzer) - der erste Tag war voller neuer Eindrücke und für unser Level bestens personell untersetzt!

 

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