unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

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Frauchen hat Geburtstag. Eine Hundesport-Freundin bittet uns, auf den Hundeplatz zu kommen und mit ihren Junghunden mit zu üben. 

Eine der Übungen, die ihre Junghunde absolvieren müssen, besteht darin, dass eine Art Schlitten frontal in die Richtung des Hundes gezogen wird. Hinter Hund und Herrchen / Frauchen stehend, zieht ein Helfer den Schlitten an einer langen Leine auf das Mensch-Hund-Team zu. Auf diesem Schlitten befand sich eine Art übergroße Büste eines Pappkameraden, der verdammt an einen Vertreter eines ehemals durch Europa vagabundierenden, fahrenden Volkes erinnert. (Die wirken so gefährlich, dass man nicht einmal mehr Schnitzel nach ihnen benennen darf. Bei diesem grässlichen Abbild wäre mir der Appetit auch wirklich vergangen.)

Aus Jux und Tollerei versuchten wir das mit unseren Schnauzern auch. Spike strafte das Geschehen mit totaler Verachtung. 

Dann kam Benny mit Frauchen an die Reihe. Benny der Angsthase vor dem Herren, der sein großes Ebenbild immer wieder vor schickt. Ganz klar, auf sich allein gestellt würde der Zwergschnauzer sich hinter Frauchen in Sicherheit bringen, nach dem Motto: Friss die, da ist mehr dran!

Bei einem Abstand von ca. 8 Metern vor dem Zwerg, wird dieser vor Frauchen stehend starr. Dann groß und größer! Auf einmal ist ein tiefes, von uns noch nie gehörtes Grollen aus der Kehle des kleinen Reckens zu vernehmen. Benny kann wirklich bedrohlich knurren, das glauben wir jetzt nicht. Der „kleine Mann“ weicht keinen Schritt zurück und schützt sein Frauchen …das darf doch nicht wahr sein! Ist das wirklich unser Schmusehund?

RITTER BENNY DER STANDHAFTE – du hast uns stark beeindruckt!

Frauchen frozelt schon wieder gegen uns „Großen Jungen“! 

Bereits seit langer Zeit geht Herrchen mit dem Gedanken schwanger, mit seinem Hund den Jakobsweg von Bautzen nach Vacha zu bepilgern. Nach 10 – 14 Tagen sollte das Abenteuer Hundebindung mit philosophischem (religiösem) Hintergrund bewerkstelligt sein. 

Gerade habe ich für Spike und mich einen Pilgerausweis beantragt. Mal sehen, was die geistlichen Herrschaften zu einem vierbeinigen Pilgerer sagen. Planungstechnisch passt das Unternehmen optimal in den Mai dieses Jahres hinein. 

Wenn es klappt, wie Herrchen das geplant hat, wird hier nahezu eine Liveberichterstattung laufen. Aber bis dahin müssen noch einige organisatorisch Ungereimtheiten beseitigt werdn. Wer schleppt das Zelt? Wer trägt das Futter? Wo schläft Herrchen? …

Es ist schon irre: Ein pilgernder Riesenschnauzer, der auf dem Jakobsweg über Herrchen wacht. „Einstein – der Riese mit dem Heiligenschein“

Sollte ich religiöse Gefühle verletzt haben, bitte ich um Entschuldigung! Aber die Aussicht, Frauchens liebevoller Aufsicht für zwei Wochen zu entkommen, ist schon verlockend!

Der zweite Jahrhundertsturm in diesem Jahrtausend fegt über Deutschland hinweg. Die Schnauzer sind offenbar klüger als wir Zweibeiner. Nach Frauchens Meinung müssen wir einen ausgiebigen Spaziergang absolvieren und einen „Ich-will-noch-mal-raus“ Frischluftschnapper durchziehen.

Kaum zu Hause legen ssich die Jungen hin und harren der Dinge, die da noch kommen werden. Benny hat unter seinem Lehnsessel den sichersten Platz gewählt.

Beim alltäglichen Abend-Gassi tippelt Benny vor der Tür. Er will raus! Kaum ist die Tür geöffnet, blickt er mich fragend an: Muss ich oder soll ich? So schnell, wie er an heraus wollte, so schnell war er auch wieder in seinem Körbchen. „Geh Du mal alleine – ich bin Junggeselle und muss auf kein Weibchen hören!“

Wer spricht Hunden eigentlich die Intelligenz ab?

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