unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

08 – August 2014

Vorgeschichte:

Ende April waren wir als komplettes Rudel in Priesitz (ja, bei den „Satans Meute“ Freunden, denen wir permanent auf die Nerven gehen), um mit Spike das Radfahren zu üben. 

Bitte, liebe Leser, lächeln Sie gnädig. 

Für Herrchen hieß Radfahren: Drauf auf das Ding, Hund zieht mit ca. Tempo 40 an den langsam fahrenden Autos vorbei und hoffen, dass wir an der Ampel rechtzeitig zum Stehen kommen. Rücktritt und Helm sind was für Warmduscher – Spike hört auf seinen Chef!

Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte Uwe erst mir und damit auch Spike den Unterschied zwischen Sturzfahrt und entspanntem, gemeinsamen Radeln klar gemacht. Ich betone vorbeugend ausdrücklich, dass Uwe ohne Zwang oder Druck gearbeitet hat -noch nicht mal ein Stachelhalsband oder Klapps war dabei! Er beharrte nur mit einer „Arschruhe“ und stoischem Gleichmut auf der Umsetzung seiner Vorstellung! Das war das ganze Geheimnis!

Ein Unfall (nicht mit dem Fahrrad) brachte mich noch am gleichen Wochenende in die Notaufnahme und eine erstklassige Ausrede, um nicht bei Wind und Wetter den Fahrradfahr-Wünschen von Frauchen gefällig sein zu müssen. 

Aber auch die schönste Zeit geht einmal vorbei …

Heute: Einen vorzeitigen Dienstschluss hinter mir und eine Geburtstagsfeier, von deren ersten Teil ich mich schon aus dienstlichen Gründen entschuldigte, vor mir, entschloss ich mich zum Radeln.

Erst eine Gassirunde mit Benny und Spike. Benny wird anschließend unter eifrigstem Protest seinerseits im Hause eingeschlossen. 

Das Rad schiebend, Spike an der kurzen Leine, gehe ich zur angestammten Startposition. Spike scharrt mit den Hufen. Ein freudiges Winseln läßt mich ahnen, dass wird noch einmal eine Lehrstunde für den Riesen, nur diesmal ohne Uwe! Wie war das: Erwünschtes Verhalten – unerwünschtes Verhalten … irgend so etwas hatten die Satans Meute Profis mir immer wieder ins Ohr gepflanzt.

Rauf aufs Rad – Spike bellt wie wild! Absteigen, Hund aus der Situation heraus nehmen, neu ansetzen wenn er bereit ist. Dem ersten Anlauf folgte ein zweiter, dritter … und plötzlich hält der Riese inne, setzt sich ohne Kommando hin und guckt mich an nach dem Motto: Geht klar, wenn Du keinen Spaß haben willst, ich kann auch gemütlich! 

Versuch „römisch Vier“ wird ein voller Erfolg. Als wären wir seit Ende April täglich gefahren, zuckelt der Große im Trab neben mir her. Kein Leinenziehen, kein Versuch sich in die Büsche zu schlagen! Einfach nur ein entspanntes Miteinander.

Wie lange können Hunde einmal Gelerntes wieder abrufen? Das ist für mich zugleich erstaunlich und beunruhigend. Immerhin haben wir wahrscheinlich beiden Schnauzern viel mehr Unarten beigebracht, als wir eigentlich wollten.

Jetzt gilt es nur noch ein Problem zu klären: Wie mache ich Frauchen klar, dass wir jetzt nicht täglich aufs Rad wollen?

Herrchen und Frauchen haben -wenn auch selten- noch richtige familiäre Verpflichtungen. Ein anstehender Umzug in der Familie erforderte, die Schnauzerjungen kurzzeitig in gute Hände zu geben. Was also lag näher, als Einstein / Spikes Züchterin (Uwe nicht vergessend) zu bitten.

Während der Riese diese Trennung schon kannte, war es das erste Mal im Leben des Zwergschnauzers, dass er von seinem über alles geliebten Frauchen getrennt wurde. Die beiden „Pateneltern“ bemühten sich mit aller zur Verfügung stehenden Kraft, unseren Hundejungen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Dafür hier noch einmal ein herzliches D A N K E S C H Ö N ! IHR SEID SUPER!

Die Schnauzer waren in besten Händen, um unsere Erziehungsfehler in der knappen Woche ansatzweise auszubügeln.

  • Darf ein Riese wirklich beim Gassi-Gehen nicht an der Leine zerren, Frauchen und Herrchen quasi am gestreckten Arm durch die Landschaft ziehend?
  • Sind Rehe tatsächlich nicht zum Jagen gedacht?
  • Sehen Hunde in Katzen nicht natürliche Spielkameraden, mit denen man gut Haschen spielen kann?
  • Ist es für den Hundemenschen nicht sicherer, den Riesen zuerst durch die Tür drängeln zu lassen?

Ziemlich unsicher, ob die Heimat auch wirklich Heimat bleibt, ließen uns beide Schnauzer zu Hause nicht einen Augenblick aus den Augen. Spike beschlagnahmte vorbeugend den Fahrersitz und Benny wurde zu Frauchens Schatten. Keinen Schritt durfte sie unbeobachtet gehen, ohne dass der Zwerg ihr zu folgen versuchte.

Heute, zwei Tage später, hat sich die Lage normalisiert. Nur das „Kuschelbedürfnis“ ist bei beiden Schnauzern wesentlich stärker ausgeprägt, als vor dem „Züchterferienlager“.

Dresdener1

Lange Zeit konnte Herrchen hier nicht schreiben. Gesundheitliche Probleme, beruflicher Stress und die Verantwortung für wildfremde Internetseiten.

Jetzt hoffe ich, dass ich wieder regelmäßig über die beiden Schnauzerjungen (oder vielleicht doch schon Schnauzeralten) berichten kann.

In den kommenden Tagen werde ich versuchen, über das „aktuelle“ Geschehen zu berichten, die Seite wieder „auf Vordemann“ zu bringen und die teilweise auf dieser Webseite verloren gegangenen Bilder und Videos wieder einzupflegen … das geht aber nur, wenn Frauchen sicher ist, dass die Schnauzer dabei nicht zu kurz kommen. Also in dieser Problematik ist alles beim Alten geblieben! 😉

 

Chronik