unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

08 – August 2008

Wie man den beigefügten Bildern entnehmen kann, kommen wir „Jungen“ auch recht gut allein zurecht. Nun gut, die Ordnung lässt etwas zu Wünschen übrig, mein Essen schmeckte komisch … aber die Hunde sind wohlauf!

Spike läuft in ungefährdeten Gebieten frei und beginnt zu hören. (Wie lautet noch mal das Kommando für: „Hosenbeine sind tabu!“???) „Spike“ verbindet er noch mit „Komm!“; „Sitz!“ ist wie im Russisch-Roulette. Aber nach gerade mal zwei Wochen !!!

Das Ernährungsproblem bleibt bestehen. Wir sind erst einmal bei seinem Pedigree-Welpenfutter geblieben. Macht’s die Spritze oder ist es meine liebevolle Art, wenn er seine Notdurft verrichtet, jedenfalls bewegen wir uns wieder in Richtung „helle Würstchen“. Ich fand heute -in einem gedankenversunkenen Moment- auch noch eine „dunklere“ zwischen meinen Zehen, aber bin mir nicht sicher, wann diese produziert wurde.

Alle „normalen“ Menschen sehen sich die Eröffnung der olympischen Spiele an, nur Spike und ich gehen zum Tierarzt!

Er benahm sich einfach mustergültig! Einen großen deutschen Schäferhund verwies er mit einem Knurren in seine Schranken, so dass der DSH ihn nicht weiter belästigte.

Ergebnis des Besuches: Spike wiegt 12,45 kg, ist kerngesund und „fit wie ein Turnschuh“. Das „Kackproblem“ (wir tendieren zwischen Klops und Brühe), soll wie folgt in den Griff bekommen zu sein:

  1. Eukanuba Veterinary Diets (Puppy Intestinal) für 7,80 € das Kilo für 7-10 Tage
  2. Diarsanyl (Diätergänzungsfuttermittel für Hunde) 2x täglich
  3. Nux Vonica (typische Doktorschrift, dass kann ALLES heißen) 1x noch
  4. (Wurmmittel Milbemax)
  5. Umstellung des Futters auf ein hochwertiges Futter für Riesen-Babys


Wieso belächeln alle (Tierärztin, Zoohändler und Foren) nur Pedigree, wenn es doch das BESTE für Spike sein soll ??? 

Ich muss dringend Kontakt zur Züchterin aufnehmen, futtertechnisch besteht hier Klärungsbedarf.

Benny und Spike müssen das Wochenende mit „Herrchen allein zu Haus“ verbringen.

Jetzt sind wir über eine Woche glückliche „2-Hunde-Besitzer“ und wollen ein erstes Fazit ziehen:
Die Anfangssorgen waren unbegründet – wir haben alles mit Liebe so gut es geht richtig (und natürlich auch unbewusst falsch) gemacht.
Beide Hunde haben sich einander angenähert – Freundschaft sieht aber anders aus.
Spike hat sich eindeutig eingelebt. Seine Knabbereien an meinem Körper sind weitgehend kontrolliert (nur meine Hosenbeine sind einfach zu verführerisch … oder ist’s der Fußgeruch), er reagiert teilweise auf seinen Rufnamen und schläft den Schlaf der Gerechten!
Benny hat sich damit abgefunden, nicht mehr allein unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Er ist lieb wie eh, lässt sich aber von Spike nicht „die Butter vom Brot nehmen!“
Dabei sind beide Hunde in ihrem Umgang miteinander eben nur spielende Junghunde
, die voneinander lernen. Die „Raufstrategien“ zu beobachten, das ist schon ein Anblick für sich. Hundegebell, Hüpfen, Knurren, Pfotenschlagen – alle Facetten werden eingebracht.

Momentan sind beide Hundesöhne unter der Obhut von Frauchen. Da ich diese Woche arbeiten muss, kann ich beide Hunde nur nachmittags genießen. Somit dürfte ich meine
– wenn überhaupt vorhandene – Rudelführerrolle verlieren. Frauchens Überzeugungsarbeit (Futter, Streicheln, Schmusen, usw.) dürfte von meiner Seite aus kaum noch zu toppen sein.

Für Herrchen ein halber Arbeitstag, blieb Frauchen mit den Rackern allein. Auf ihrem Spaziergang zum Lieblingsbrunnen, welchen Benny als bessere Badewanne, Spike eher als Fußbad benutzt, wurden sie von einem Briefzusteller freundlich angesprochen. Vor allem Spike soll es dem netten Mann angetan haben. Als dieser mitbekam, dass Spike nicht nur eine feuchte Nase, sondern auch noch nasse Pfoten hatte, soll er schnellen Schrittes das Weite gesucht haben. Damit war nun Spikes Jagdtrieb angefacht! Riesenschnauzerbaby gegen Postbote: 1:0 für Spike! 

Warnung vor dem Hud

Spike fängt an, sich dem Gruppenzwang zu unterwerfen. Zögernd (und teilweise noch hinterhältig schnappend) lässt er sich sowohl von Frauchen, als auch Herrchen „beschmusen“. Wonne pur auf beiden Seiten!!! (Benny wird natürlich zeitgleich mit aller uns zur Verfügung stehenden Liebe bedacht!) So langsam lernt Spike auch, dass er mit der Kraft seines Kiefers dosiert umgehen kann – er reißt mir nicht mehr ganze Fleischfetzen aus dem Leib, sondern begnügt sich mit dem Lochen meiner Arme und Waden!

Benny trägt alles wie ein Mann. Er zeigt, dass er der „Chef“ ist und wirkt gereifter. Beim Spaziergang geht er voran, hört besser als je zuvor und erträgt mit Engelsgeduld die spielerischen Attacken seines Adoptievbruders. Immer der Erste – beim Wecken von Herrchen (ich brauche wirklich keine Morgenwäsche mehr durchzuführen), beim Betreten und Verlassen des Grundstücks, im Wasser …und bei der Lautstärke! Unklar, welche Lautstärke aus so einem kleinen Hund herauskommt!

Unsere aktuellen Probleme sind:

1.) Wie ist der Stuhlgang unserer Hunde? Dabei unterscheiden wir bisher vier Aggregatzustände: flüssig; klopsig, Würstchen und Stäbchen. Während Benny sich im oberen Bereich tummelt, versucht Spike gerade von klopsig zu Würstchen zu wechseln – „Jeder Sch…ss wird somit zu einem Ü-Ei.“  (Mit welchen einfachen Mitteln man erwachsene Leute glücklich machen kann, das ist schon erstaunlich. Frauchen will von mir komischerweise mehr.) 

2.) Wann ist die beste Zeit, um das Gießen unserer Teppiche durch Spike zu verhindern?

3.) Ist Spike noch ganz dicht? Wieviel Flüssigkeit kommt aus so einem Hundebaby raus? (Das Trinken ist im Gegensatz zu Benny schon eine andere Dimension, aber das Strullern eben auch!)

4.) Kann es sein, dass Spike innerhalb einer Woche deutlich gewachsen ist – oder müssen wir zum Optiker?

Fragen über Fragen!

Chronik