unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

04 – April 2010

leicht verspätet möchte ich über die Messe Berlin informieren.

Nach zweistündiger Fahrt, während der sich Spike / Einstein mustergültig benahm. (Wie nennt man einen tollen Hund eigentlich, der einen so edlen Namen trägt, offiziell auch so betitelt wird und von uns profan mit 5 Buchstaben verbal angespien wird. Allerdings bezweifle ich, dass er beim “Hier-Kommando” während der BH antrabt, wenn ich ihn pfüfungsordnungskonform aus dem Platz abrufe mit:”Einstein von der Satansmeute!!!” Vor Lachen würde er sich auf den Rücken werfen und in seiner unnachahmlichen Art alle Vier von sich strecken!)

Die Messe in Berlin war sehr gut organisiert. Der Vergleich zwischen Dresden und Berlin fällt zu Gunsten der Hauptstadt aus. Großzügig, professionell und ruhiger – so erlebten wir diese Messe. Allerdings waren in Dresden deutlich mehr Besucher anwesend, die uns nie zu nahe auf die Pelle rückten.

In Berlin traf Einstein seine Schwester Europa. Diese wunderschöne Hündin zickte doch tatsächlich ihren Bruder an! Ganz anders, deren Frauchen, deren Freundinnen und Bekannten und nicht zu vergessen die Züchterin! LEUTE – Ihr seid eine Spitzentruppe. Fremde so ungezwungen und herzlich aufzunehmen, dass war der Hammer! Obwohl wir uns nicht kannten, gehörten wir sofort in dieses eingespielte Team hinein. Allen, die an Einstein herumgezupft, herumgestriegelt, ihn mit Leckerchen bestochen haben, gilt unser Dank! Besonders danken möchten wir der Züchterin der Satansmeute, Frau Gabriele Silweschak, die Einstein im Ring führte.

Großspurig wollte ich ihn im Ring führen und war ernsthaft geschockt, als sie ihn mit einer unnachahmlichen Selbstverständlichkeit abnahm. Ihre Erfahrung und Einsteins gute Erziehung 😉 machten es möglich, dass sie ihn – auf Bohlendeutsch – megahammermäßig im Ring führte. Gabriele, als ich Dich im Ring kämpfen sah, war ich einfach nur froh, dass ich diese Aufgabe nicht übernommen habe!

Natürlich wäre es die Krone gewesen, hätten wir das “V” mit unserem 22-Monatshund in der offenen Klasse errungen. Daher unser Glückwunsch an Europa, die mit ihrer Bewertung “V1” die Ehre der Familie mehr als nur wiederherstellte!

Den Organisatoren, dem Richter und allen, die uns Neulinge umwuselten – Danke für diesen tollen Tag!

Der letzte Artikel hat für einigen Wirbel gesorgt. Das war nicht unsere Absicht!
Wir betonen noch einmal ausdrücklich, dass wir Cris vom Rohrteich und seinen Besitzern neidlos und vorbehaltlos gratulieren. Deren Integrität und Erfahrung stehen für uns außer jedem Zweifel!

Ob der sich nunmehr abzeichnenden Diskussion um den Rassestandard (exakt Widerristhöhe), verweise ich unkommentiert auf die Seite http://www.fci.be/nomenclature.aspx speziell auf das Word-Dokumen FCI – Standard Nr.   181 / 18.04.2007  /  D, zu finden unter http://www.fci.be/uploaded_files/181d2007_de.doc.

Wenn ich irgend jemandem mit meinem Beitrag „zu nahe getreten bin“, bitte ich um Entschuldigung und die persönliche Kontaktaufnahme, um eventuelle Unannehmlichkeiten sofort persönlich aus dem Weg zu räumen. abtrinks@live.de

Ich will ALLES mit “Einstein” (Spike) ausprobieren; das Komplettprogramm erleben . Dementsprechend gehört auch das Show-Programm der Ausstellungen dazu.

Doch der Reihe nach:

Dem siegenden Hund und seinem Hundeführer zollen wir neidlos unseren uneingeschränkten Respekt. Ein optischer Herkules, der mir persönlich ein bisschen zu groß erschien (sind nicht 70 cm das Maximalmaß???), machte das Rennen. Einstein mit seinen 68 cm sah gegen diesen Riesenschnauzer verdammt klein aus. Ich betone ausdrücklich, dieser Eintrag ist kein “Nachtreten”, sondern ich kann mit einem zweiten Platz als Erstaussteller durchaus umgehen. 

Gemeldet hatten wir in der offenen Klasse. Ursprünglich war Herr Nagel als Richter geplant. Warum dieser die Bewertung nicht durchführen konnte, wurde uns nicht mitgeteilt. Diese –mit Sicherheit nicht dankbare Aufgabe- übernahm Frau M. Felsche. Dabei ließ der Veranstalter (VDH) völlig außer Acht, dass diese Richterin somit die Hunde aus ihrer eigenen Zucht bewerten musste. Cris vom Rohrteich, der spätere Sieger, begrüßte seine Züchtermutti stürmisch. Warum nur hatten wir das Pech, direkt auf einen Hund der Richterin zu treffen? Wie erwartet fiel die Bewertung -nach unserem individuellen Eindruck-relativ einseitig aus. Wir haben leider zu wenig Erfahrungen, um unser ungutes Gefühl mit Fachwissen untermauern zu können, aber das Fachpublikum um uns herum, musste bei der Bewertung mehrmals laut lachen und verstärkte die starken Zweifel an der Objektivität der Bewertung.

Für uns, als Erstausaussteller, wäre es mit Sicherheit kein Problem, wenn man sagte, dass unser Hund nur Durchschnitt, gut oder –wie in unserem Fall- sehr gut sei. Aber wenn man den faden Beigeschmack der Vetternwirtschaft und der “Verarsche” hat, dann tut das weh und hilft außer dem Ego des momentanen Nutznießers keiner PArtei (PSK, VDH, Hundehalter).

„Sehr geehrte Frau Felsche, wenn Sie wieder einmal einen Hund aus Ihrem eigenen Wurf richten sollen, wäre es eine große Geste, wenn Sie in diesem Fall die Entscheidung nicht nach Sympathie, sonder mittels eines neutralen Richterkollegen durchführen (lassen) würden. Sie würden somit für “Ihre Rasse” und für Ihre eigene Hundezucht  die Sicherheit, der Bewertung nach Rassestandards geben. So wie es in Dresden am heutigen Tag abgelaufen ist, “riecht es nach subjektiver Einschätzung zu Gunsten des eigenen Zwingers.“

Dem Herrchen von Cris, Herrn M. Landgraf, gratuliere ich von ganzem Herzen zu seiner Bewertung “vorzüglich”. Da wir nicht züchten wollen, ist das Prädikat für uns sekundär und irrelevant.

Allen Mitgliedern des Hundesportvereines Dresden Weixdorf, die uns bei unserer allerersten Ausstellung so toll unterstützt haben, danken wir von ganzem Herzen. Besonders möchte ich Rita danken, die sich ca. 15 Minuten vor dem Richten bereit erklärte, Einstein (Spike) zu führen.  Hätte sie es nicht übernommen, wäre ich wahrscheinlich mit schlotternden Knien und ohne jede akzeptable Bewertung aus dem Ring gegangen. Dafür, liebe Rita, noch einmal herzlichen Dank.

       

Chronik