unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

04 – April 2009

Am letzen Sonntag –so gegen 13:30 Uhr- waren wir wieder einmal zum Spaziergang in der Flutrinne. Unser Ziel war es, mit anderen Hunden gemeinsam einen geruhsamen Ausklang ins Wochenende (ja, dieses fängt bei uns erst sonntags Nachmittag an) zu starten. Gleich der erste Hundekontakt war ein ca. 4 Jahre alter Schäferhund. Sein Herrchen übte am Anfang der Flutrinne Unterordnung, und so schien es logisch, dass Spike und Benny eine Chance auf Kontaktaufnahme bekommen. Nach einem kurzen Herrchen-Herrchen-Kontakt gab ich Benny & Spike frei. Nach dem obligatorischen Beschnüffeln und ca. 1 Minute spielen, jaulte Spike plötzlich auf! Sofort kam er zu mir gerannt, der DSH hinterher. Ich stellte mich zwischen die beiden Hunde und untersuchte Spike kurz und (zu) oberflächlich. Nichts zu sehen! Im Gegenteil! Als der Schäferhund sich Frauchen näherte, stellte sich Spike zwischen sie und den vermeintlichen Angreifer. Ein tapferer Hund – wie sich herausstellen wird- ein kleiner Held!

Weiter ging es die Flutrinne entlang. Mehrere Hundebekanntschaften wurden geschlossen. Ungefähr 10 Minuten nach dem gerade erwähnten Vorfall, beginnen wir mit etwas Training in Unterordnung (oder was wir darunter verstehen).  “Fuß” klappt schon ganz gut, “Platz” ist ausbaufähig! Beim “Sitz” – “trifft mich der Schlag”: Spike blutet an der Brust! Kratzer oder doch ernster??? Eine etwa 5 cm lange Wunde klafftet an der rechten Brustseite – so tief, dass ich sie nur im “Sitz” erkennen kann.    … und die Wunde ist tief! (exakt:”sautief”)!!

Per Handy und mit Hilfe unseres Sohnes Alexander, welcher zu Hause vorm Computer sitzt, terminieren wir sofort eine Tierklinik. Welche ist egal – Hauptsache, es geht schnell!!!

Spike wird operiert!!! Unternaht, Drain und Obernaht – das komplette Programm. Da Sonntag ist, zahlen wir nicht nur die OP, sondern auch noch einen saftigen Zuschlag – Spike ist jeden Cent davon Wert! Eine junge, sehr kompetent wirkende Tierärztin und eine Schwester, der man die Liebe zum Tier anmerkt, flicken Spike wieder zusammen. (Wenn Sie jemals eine Tierklinik in Dresden suchen, hier wird Ihnen und Ihrem Tier geholfen: tierklinik-popp!!!) Leider hatten weder Frauchen noch ich die Nerven ,Spike in diesem Zustand zu fotografieren. Mit dem (völlig selbstlos zur Verfügung gestellten) T-Shirt der brasilianischen Nationalmannschaft, sah Spike einfach toll aus! Heute trägt er ein einfaches “Nicky” mit der Aufschrift “Coach”! … wenn’s hilft, könnte der die “BILD-Werbung” auf der Stirn tragen!!!

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Heute (Tag 2 nach dem Biss) waren wir zur Nachuntersuchung wieder in der Klinik: Spike ist wohlauf, darf aber noch nicht am Hundesport teilnehmen! Die Tierklinik Popp –mit einem mir total unbekanntem Team- war freundlich, kompetent und half Spike: DANKE!!!

Wir werden ca. 1 Woche alle Aktivitäten einstellen, um dann langsam wieder zur Normalität zurückzufinden. Kein Fahrrad (man, bin ich froh), kein Hundesport( dass ist Sch…), keine überflüssigen Aktivitäten, um die Heilung nicht zu gefährden!

Spike – Du bist ein Hund mit Charakter und ein echter Teufelskerl (trotz schwerer Verletzung Frauchen verteidigt)! Wie “gelassen” du die heutige Untersuchung über dich ergehen lassen hast, dass war schon “eine Klasse für sich”! Danke, dass wir mit Dir lernen und leben dürfen! Wir werden Dich nicht enttäuschen und immer für Dich da sein!

Unser Teufelskerl

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PS: DHS-Hundehalter – wenn ich Dich wider Erwarten treffe – Du schuldest Spike einen mindestens Knochen und uns reichlich 330 Euro!  Wie willst Du zahlen: Bar oder mir Check ???

Wie gestern bereits angekündigt, war heute Benny “dran”! Der Hundegott hatte wohl heute seinen besonders guten Tag – oder: Einen schönen Hund entstellt nichts – nicht einmal so ein ungeschickter Laie wie ich!

Nachdem unser Messebesuch heute ins Wasser gefallen ist (Ein “altes Frauchen” sollte beim Absteigen vom Fahrrad vielleicht Rücksicht auf die betagten Knochen nehmen.Animoticon) und wir stundenlang in der “Med.-Ak” rumgesessen haben, wagte ich mich an die Herausforderung heran.

Beginn  – 14:00 Uhr: Benny sieht noch aus, wie immer. Nachdem ich mit den Tücken der Technik langsam klar gekommen bin (keine Maschine schneidet den Filz des Winters) – kann sich Frauchen vor Lachen kaum noch halten. Ihr Tipp: “Gib die Maschine zurück – wir gehen zum Profi!”

15:00 Uhr: Bennys Hinterteil ist kahl – ich “habe Rücken”. Entweder ich höre auf Frauchens Ratschlag oder ich muss es durchstehen.

16:00 Uhr: Benny hat langsam die “Schn… voll”! Ich auch, aber das werde ich nicht zugeben! Wieso hat so ein kleiner Hund so viel Fell???

17:00 Uhr: Ich könnte heulen – ich habe keinen Rücken mehr!  …und wie soll ich den schnauzertypischen  Gesichtsausdruck herausarbeiten??? Ich sehe doch nur noch Haare, Haare und Haare! Wo fängt der Bart an, wo hört der Hals auf? Was ist Stirnlocke, was ist überflüssiges Fell? Haben Schnauzer runde Ohren oder laufen sie doch spitz zu? Soweit ich weiß, ist das Kupieren der Ohren in Deutschland nicht mehr statthaft – schon gar nicht bei einem beinahe zweijährigen Zwergschnauzer. Obwohl …  -aber mit der Rute bin ich schon fertig.

18:00 Uhr: Die Tortur hat ein Ende – Benny ist dank des Beistandes des Hundegottes- ein süßer, schmucker Zwergschnauzer.

Danke Benny, dass ich an dir üben und so viel lernen durfte! Entschuldige bitte, dass ich dich so lange genervt und um deinen Hundesonntagnachmittag gebracht habe! DU BIST (m)EIN SUPERHUND, mit so viel Liebe und Geduld für dein ungeschicktes Herrchen!

     
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Hundefriseure dieser Welt – ein Konkurrent wurde geboren !

 

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Orthopäden Dresdens- bitte mal die Praxiszeiten mitteilen!

Nachdem beide Schnauzer mehr oder weniger “zugewachsen” sind, wird es mit dem beginnenden Frühling Zeit, ihnen Erleichterung zu verschaffen. Gesagt, getan. Spikes Züchterin (Frau Silweschak ) war so nett, ihren “Einstein” (unseren Spike) zu trimmen. Also begaben wir uns auf die Reise nach Priesitz:

Kartenbild
Der Erfolg spricht für sich: vorher

nachher

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Nach reichlich zweieinhalb Stunden war Spike ein “neuer Hund”! Unsere Bedenken wegen des Übergewichtes sind wie weggeblasen. Ein kompakter, wohlproportionierter Junghund, mit einem leichten Ansatz von Winterspeck stand vor uns. Mit dem Stolz des Besitzers sagen wir: “Ein wunderschönes Tier!”

Ein ausgiebiger Spaziergang an der Elbe, bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen war ein Kurzurlaub für die winterkranken Seelen.

Benny haben wir unter super Obhut in Dresden gelassen, da er aller Voraussicht nach nichts von diesem Tag gehabt hätte! Bei diesem wunderbaren Elb-Gassi-Gehen hat er zur Perfektion des Glückes noch gefehlt.

Da ich nun weiß, wie ein Schnauzer geschoren wird, werde ich Benny morgen eine Wellness-Behandlung zukommen lassen: ICH TRIMME den ersten Hund in meinem Leben! Möge der Hundegott Benny’s Frisur gnädig sein!

Seit etwas mehr als einer Woche baumelt die Halterung für Spike an meinem Fahrrad. Alle guten Ratschläge bezüglich der Eingewöhnung in den Wind schlagend, fuhren wir beiden „Großen“ los. Auf dem Weg in den „Großen Garten“ gab es keine Probleme. Etwas in die Hand beißen, Herrchens Schuh am Pedal annagen und der Versuch im vollen Lauf mal Küsschen zu geben waren harmlos.

So richtig los ging es auf dem Waldweg. Wie bremst man einen „sprintverrückten“ Hund, wenn er auf Grund des Alters noch nicht sprinten darf? Die Bremsgummis sind mehr oder weniger reif für einen Komplettwechsel! Die mit Bärenkräften angezogenen Halterung bewegte sich permanent in Richtung Lenker.  

Für Tipps bin ich dankbar!

Bis dahin ruhe ich mich erst einmal aus, da der Muskelkater noch mächtig in Regionen zieht, von denen ich bisher nicht einmal wusste, dass es diese gibt!

Chronik