unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

06 – Juni 2009

Heute blieben wir im Ort – ein Tag “zum Ausruhen”.

Wir besuchten heute am Vormittag (ca. 09:30 Uhr) die Therme in Bad Grießbach. Herrlich – typische Heilbadanlagen, mit einem unbezahlbaren Ausblick in die Alpen. Beide Hundejungen liefen, als würden sie die Natur und die Anlage genießen. Zur Belohnung bekamen sie eine Eiswaffel – ohne Eis. Bennys Gesichtsausdruck, als er mitbekam, dass kein Eis dabei war, hätte man im Foto verewigen müssen!

Nachmittags war auf der hoteleigenen Hundespielwiese ein Treffen mit dem Hundetrainer angesagt. Leider nahmen nicht allzu viele Hundebesitzer dieses Angebot an. Wir sind mit Sicherheit sehr, sehr weit vom Hundeprofi entfernt – aber die meisten Hotelbesucher spielen in einer komplett anderen Liga. Angst, die man deutlich spüren kann, totale Ignoranz des hündischen Wesens bzw. stressgeplagt und somit überfordert.  Der Hundetrainer hatte viel zu tun, um zu erklären, wie das Spielen und Lernen bei Hunden funktioniert. Spike tollte sehr lautstark hinter seinem Ziel der Begierde hinterher – penetrant aber “immer im normalen Rahmen”. Zu schnell war die Stunde vorbei und wir marschierten (frei und ungebunden) durch den nahegelegenen Wald – ein Rudel unter sich. Benny hörte sehr gut und Spike hatte uns ständig im Blick. Beim Durchqueren des Unterholzes wurde das sehr deutlich – obwohl es nur diesen Weg gab, wartete er an beinahe jeder Kurve bzw. Biegung, um sicher zu gehen, dass das Rudel zusammen bleibt. Frauchen und Herrchen gaben sich dabei alle Mühe, ihn zuerst darin zu bestärken (Kindereien unter uns Alten).

Da der Tag so harmonisch verlief, belohnten wir uns mit einem Espresso / Kaffee, die beiden Hundejungen jeweils mit einer großen Kugel Schokoladeneis.

Ernährungsfrage: Wie vertragen sich Schokoeis und Rindermarkknochen (damit “kämpft” Spike seit gut zwei Stunden) in einem Hundemagen???

Der Mittwoch war für uns der entscheidende Tag – bleiben wir im Tassilo oder geht es wieder heim. Vormittags unternahmen wir einen Ausflug zum Waldwipfelweg. Benny, der sich hier wunderbar benimmt, war an diesem Tag nicht so interessant. Viel kritischer erschien uns Spikes Auftreten. Anderen Hunden gegenüber trat er normal gegenüber – keine Aggression seinerseits. Freundlich ging er auf diese zu, bzw. ignorierte diese, wenn es gefordert war!

Nachmittags hatten wir einen Termin beim “Hundetrainer” des Hotels. Dieser empfing uns (Spike und mich) und hörte sich unsere Geschichte an. Beim anschließenden Test hätte ich Spike am liebsten nur geküsst!!! Noch nie in seinem Leben war er so reif wie in diesen zwei Stunden! Hätten wir die Begleithundeprüfung ablegen müssen, wir hätten es OHNE PUNKTABZUG mit 100% geschafft! Kein Ziehen an der Leine, perfektes Bei-Fuß-Gehen und völliges Ignorieren von Passanten – Spike war ein Traum in Schwarz.

Wie der Draht zum Hotel funktioniert, erfuhren wir bei unserer Heimkehr – der Hundetrainer hatte schon von Spikes Glanzleistung geschwärmt! Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck ???  Falsch – Spike ist rehabilitiert!

Unsere Beobachtung ist: Spike hat mit 12 Monaten offensichtlich noch nicht die Gelassenheit, um sich von den “Kleinen” ungestraft anmachen zu lassen, und darauf angemessen zu reagieren! Immer geht er ruhig an diesen vorbei, bis diese sich –größenwahnsinnig- vermaulieren. Werden diese giftig, spukt Spike als Antwort Gift und Galle – bleiben sie ruhig, trottet er freundlich an ihnen vorbei, bzw. begrüßt sie hundegerecht.

Gestern besuchten wir Passau, und beide Hunde benahmen sich ausgesprochen gut!

Fazit: Es war gut, dass wir nicht das Experiment abgebrochen haben – wir haben alle sehr viel gelernt! Benny zerrt kaum noch an der Leine und hört besser als vorher. Spike hört super – auch bei spielerischen “Kämpfen” mit gleichgroßen Hunden kann ´man ihn abrufen (nicht immer, aber immer öfter). Wir Dosenöffner haben gelernt, wie sehr beide Schnauzer auf uns reagieren, ganz gleich ob verbal oder nonverbal.

Der Ausspruch: Du bekommst zurück, was du deinen Hunden gibst – wurde hier sehr anschaulich bestätigt.

PS: Für die Hundesportler in Weixdorf: Spike’s Hausaufgabe sitzt seit Mittwoch und (Kati) er springt dank Deines Ratschlages gern in das Auto!

Der gestern geschilderte Stress wird für Spike leider immer größer – wir spielen ernsthaft mit dem Gedanken “Heimfahrt”,

Doch der Reihe nach: Entspannt nahmen wir unser Frühstück ein – und fuhren in den Wildpark Schloss Osternburg, Benny und Spike waren offensichtlich beeindruckt. Rehe, Ziegen und Hirsche Schnauze an Schnauze, durch nichts als die eigene Unsicherheit getrennt. Wieso rennt die Beute nicht weg, sondern kommt neugierig angelaufen?

Nach dem Mittagessen ging es mit ca. 15 anderen Hunden frei und unangeleint durch ein Waldstück. Harmonie pur, abgesehen von kleineren Zurechtweisungen. Wir waren glücklich darüber, dass unsere gestriger Eindruck uns getäuscht hat. Spike hat sich eingelebt.

Zurück im Hotel nahmen wir in einer Art Biergarten unseren Kaffee ein. Benny und Spike spielten mit anderen Hunden. Ein Dackel, der sich gestern schon mit Spike ein “Wortgefecht” geliefert hatte, stänkerte Spike an. Als es –nach sehr kurzer Zeit- Spike zu viel wurde, ging die wilde Hatz los! Um dem Dackel zu helfen, versuchte ich Spike wieder in den Griff zu bekommen, was mir nur bedingt gelang. Immer wieder rang sich Spike frei, um den nächsten Vorstoß zu wagen. Als das Herrchen des Dackels seinen Hund schützend hochnehmen wollte, passierte das Drama! Spike lochte ihm den rechten Daumenballen von oben und unten. Es “suppte das Blut” nach allen Regeln der Kunst. Eine ca. 7 cm lange klaffende Wunde  im Handinneren musste genäht werden. Gott sei Dank, sind weder Sehnen noch Knochen betroffen!

Nun fühlen wir uns hier wie Leute zweiter Klasse.  Keiner macht uns Vorwürfe – aber wir haben ein Sch…-gefühl.

Was macht man??? Bleiben wir hier, kann es passieren, wir bleiben isoliert – und Spike bekommt einen “Knacks fürs Leben”. Fahren wir heim – ist der Stress vorbei! Es ist eine unangenehme Situation!!!

Das Konzept de Herzog-Tassilo scheint für uns nicht aufzugehen – schade, es klang so verlockend!

Unseren diesjährigen Jahresurlaub verbringen wir im “ersten und einzigen Hundehotel” Deutschlands.

 

tassilo

Gegen 3:45 wurden wir von Frauchen geweckt – alle männlichen Rudelmitglieder hätten lieber noch weiter geschlafen – aber unsere “Langhaarige” blieb stur! Also “Gassi gehen”, Morgentoilette und ab ging es ins schöne Bayern. Wie gern hätte ich mit den schlafenden Hunden im Heck getauscht – ging aber nicht, da Frauchen einen schmerzenden Nacken hat und somit nicht fahren kann.

Mit drei Pausen kamen wir gegen 10:00 Uhr hier an. Freilaufende Hunde überall – ein Traum für Hunde! Nach der obligatorischen Ersterkundung des näheren Umfeldes, gab es Mittag. Danach schlief das Rudel erst einmal eine Stunde auf engstem Raum – es hat uns einfach “niedergestreckt”. Weiher erkunden, Spielwiese suchen – es lief traumhaft mit Benny und Spike.

Zurück im Hotel kamen die “Neuankömmlinge” dazu. Spike, der sich bis dahin mustergültig benommen hatte, kann einen Labrador und einen Beagle nicht riechen. Und somit geht momentan hier “die Post ab!” Kein anderer Hund lässt seine Aversion derart lautstark und permanent ab, wie Spike.

Wir drücken mit unserem “Hunde-Kindergarten” das hündische Durchschnittsalter hier gewaltig – aber nunmehr sind wir im Hotel bekannt, wie der berühmte “gescheckte Hund”!

Wenn unsere –momentan wieder friedlich vor sich dahindämmernden “Engel” so weiter machen, brauchen wir nach dem Urlaub erst einmal eine Erholungspause!

Chronik