unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

03 – März 2011

Styling – Tag für beide Schnauzer!

Frauchen hat wieder einmal eine tolle Idee. Beide Schnauzer müssen einen Frühjahresschnitt bekommen. Jeder normale Hundebesitzer geht zum Friseur um die Ecke, (hat sie auch mit dem Zwerg-Wollknäuel gemacht. Nur Spike und Herrchen bekommen das Styling-Programm im ca. 120 km entfernten Priesitz verpasst. In Vorbereitunng der Ausstellung lassen wir doch keinen ausgebildeten Groomer an den Riesen.

Die Herrin der Satans Meute nahm sich liebenswerter Weise „ihres“ Einsteins an. (Züchter sind schon komisch – erst verkaufen sie dir ihre kleinen Racker um nie wirklich emotional von diesem abzulassen.) Ich finde dieses „Nachbetreuen“ gerade für einen Hundeneuling sehr beruhigend, es gibt einem eine gewisse Sicherheit.

Nach ca. zwei Stunden sah Spike („Gabriele verzeih: Einstein!“) sieht einfach toll aus, so schlank und riesig schnauzerisch. Keine Chance für die beiden Nah-Groomer-Besucher – da sind wir stolzen Fernreisenden sicher!

So ganz nebenbei konnte Spike seine Neffen und Nichten kennen lernen und ich habe eine neue Liebe entdeckt: Europa!

Stunden später steht eine absolute Kopie des Riesenschnauzers im Haus! Kathrin vom Hundesalon „La Bello“ hat alle Register gezogen! Unser ZwergSCHNAUZER sieht einfach toll aus!  So toll, dass beide Hunde länger brauchen, um sich wieder aneinander zu gewöhnen. Das Begrüßungsritual fiel deutlich länger aus, das Schnüffeln war eindeutig intensiver!

Um mit den Dreien (Frauchen wurde vor einer Woche getrimmt) mithalten zu können, werde ich wohl demnächst ebenfalls zum Friseur gehen müssen!?

Sonnabend, wir gingen getrennte Wege.

Benny, immer noch mit Stuhlproblemen, kann nicht zum Hundesport gehen – Frauchen demzufolge auch nicht.

Also trotten wir beiden großen Jungen los. Auf dem Hundesportplatz laufen wir eine Begleithundprüfung als Übung, die Einschätzung von Detlef ist in seiner knurrigen Art eindeutig als Lob zu bewerten.

Beim anschließenden Schutzdienst, Rita war nicht da, führte ich Spike seit langer Zeit wieder selbst. Ich war froh, als ich es überstanden hatte, denn nach dem bestimmt 5 Minuten andauernden HALBTAGESEINSATZ, hingen mir meine Lungenflügel komplett zum Hals heraus. Ich haben fertig! Spike benahm sich recht annehmbar und schien seinen Spaß zu haben – ich habes bloß nicht mehr mitbekommen.

Warum muss ich hier eigentlich so viel rennen, soll nicht der Hund arbeiten? Was die Helfer da leisten, ich kann nur den Hut ziehen!

ISonntag, Spike und ich holen Brötchen. Da sein Tempo zügig ist, gestatte ich mir, das Fahrrad zur Hilfe zu nehmen.

Nach dem üblichen Sonntagshausputz, fahren wir ins Blaue zum Fährten. Ein Stück außerhalb Dresdens finden wir zufällig ein idyllisches Stück Wiese mit angrenzendem Wald. Das ideale Fährtengelände.

Fährte gelegt, im Rudel das Gelände erkundet und nach ca. 30 Minuten wieder zurück. In diesem Stück „heile Natur“, will man nicht wirklich arbeiten. Doch Frauchen ist nicht nur hart zu mir, sondern auch zu sich selbst und beginnt mit Benny.
Benny fährtet sehr konzentriert. Die kleine Schnauze schnieft und schnurzelt, dass ich unweigerlich an meinen Atem nach dem gestrigen Schutzdienst denken muss. Das einzige Manko, er verweist nicht sauber. Anstubsen und Frauchen angucken. Weder Sitz, noch Platz, noch Steh – aber „sauber in der Spur.“ Frauchen motiviert ihn großartig und es ist immer wieder toll zu erleben, wie sie mit dem „Kleinen“ umgeht.

Spike sucht unkonzentriert, es ist kein „stöbern“, eher eine En-Passent-Suche. Mal Schnauze hoch, mal wieder ganz tief, mal etwas recht und links daneben, um immer wieder auf dem Gegenstand zu landen. Diesen verweist er erstklassig im „Platz“.

Wieso verweist er deutlich besser, als Benny und sucht schlechter als dieser? Wir haben -methodisch- mit beiden Hunden gleich gearbeitet. Zugegeben, Frauchen ist etwas fleißiger gewesen, aber die 5 – 6 Mal mehr Fährten können doch nicht zu solch einem Unterschied im Suchen / Stöbern führen.

Ich höre schon Frauchens graue Zellen arbeiten: Das mit dem Platz ist dann wohl auch logisch, weil Herrchen mehr mit dem „Großen“ rumgelegen hat!

 

 

Also sprach Spike: „Hallo Zweibeiner, meine schöne Schwester hat mich zum Onkel gemacht. Wenn ihre Kinder nur halb so hübsch sind wie sie, dann müssen die Welpen wunderschön sein! Mit welchem edlen Rüden sie sich eingelassen hat, weiß ich nicht, nur dass er -wie wir- von edlem Geblüt ist  und natürlich einen VdH-Stammbaum hat.

Wenn Euch also mein Dosenöffner mit seinen Tagebucheinträgen nicht völlig verschreckt hat, könnte ich mir vorstellen, dass  
g a n z  l i e b e Hundehalter sich für meine Neffen begeistern könnten. Achtung, die Zicken sind schon weg – nur noch edle Rüdenwelpen gibt es!

Bei Interesse: Guckst du hier:“ http://www.satansmeute.de/

Heute hatten wir 10:30 Uhr Gerichtstermin. Es ging um den Vorfall, der sich im Dezember 2009 ereignete. Die Familie E. aus Dresden bestand auf einer wesentlich höheren finanziellen Entschädigung, als unsere Versicherung, die Agila, gezahlt hat. Konkret wurden 3000,- € eingeklagt, die Agila zahlte aber nur ca. 700,- € (eine Summe, die auch uns als sehr niedrig vorkam).

Eine junge, wie sich später herausstellen sollte sehr taffe, Rechtsanwältin Namens Fuchs wurde uns von der Agila zur Seite gestellt. Sie machte ihrem Namen alle Ehre! Nach einem kurzen Gespräch, welches Frauchen bei der Schilderung emotional sehr erregte, begann die Gerichtsverhandlung. Die Richterin, dem Dialekt nach aus den „alten, niedersächsischen Bundesländern“ stammend, eröffnete die Verhandlung. Sehr auf Objektivität bedacht, schilderte erst Frau E. -die Klägerin- den Vorfall, danach Frauchen.

Ich gestehe es nicht gern, aber im Moment der Schilderung bewunderte ich meine Frau. So äußerlich ruhig, sachlich und äußerst konzentriert habe ich meine Gattin -ich schreibe dieses Wort hier voller aufrichtigem Stolz!- selten erlebt.

Nachdem beide Seiten darin überein kamen, sich zu vergleichen, ging eine ewige Rechnerei um -Entschuldigung- Peanuts los.Während ich kurz davor war, ins Portemonnaie zu greifen (ich hatte Taschengeld von Frauchen erhalten), war meine Gattin ,wie sie nachher sagte, kurz davor lautstark zu äußern, dass sie den strittigen Geldbetrag gern beisteuern wurde, wenn endlich Ruhe wäre.

Die Verhandlung endete mit dem Vergleich, dass die Agila noch rund 700 € nachzahlt (summa summarum also 1500,- € begleicht).

Wir sind, obwohl wir mehr als Zeugen, denn als Beklagte, auftraten, völlig fertig. Zu viele negative Emotionen kamen wieder in Erinnerung. Frauchen brachte es auf den Punkt: „Ich fühle mich, wie vor den Kopf geballert!“

Hoffen wir, dass die Versicherung den Vergleich akzeptiert und dass dieses leidige Kapitel – ich werde hier zu gegebenem Zeitpunkt die Details des Vorfalles wiedergeben- damit ein Ende findet, und die Familie E. und wir eine Chance haben, nach dem Motto: „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Ruhe zu finden.

PS: So sehr wir Verständnis für Frau E.  haben, die aggressive und großteils unfaire Art, in der sie und vorrangig ihr Mann den Streit suchten, lässt uns den Spruch verinnerlichen: „Seitdem ich die Menschen kenne, liebe ich die Hunde!“  (frei nach Schopenhauer)

Chronik