unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

10 – Oktober 2011

Wir waren verabredet am Freitag um 16:00 Uhr. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk erscheint Uwe- mit Kuchen! Wir wollen hier vom Wissen der Satens Meute Menschen profitieren, uns aber  nicht durchfuttern! Aber diese nette Geste des Hausherren, war symptomatisch für dieses Wochenende. Wir waren zu Besuch bei perfekten Gastgebern, die in diesen Tagen zu Freunden wurden. Erhofft hatten wir lediglich ein Paar Tipps, um unsere Fährtenhunde ein kleines Stück nach vorne zu bringen!

Schon im Verlauf des Nachmittages wird klar, Uwe verfolgt seinen Plan. Scheinbar belanglos fragt er Frauchen und mich ganz gezielt aus, was wir erwarten. Uwe ist ein absoluter Profi, der sein (unser)  Ziel für uns umsetzen will.

Sonnabend, wir fährten. Spike zeigt eine 1A Suche, Benny sucht konzentriert, verweist aber nicht. Gabi, die Chefin der Satans Meute, findet sehr schnell den Hebel, um Benny das Verweisen schmackhaft zu machen! Seine „Püppi“, für die er sterben würde, wird als Motivationsobjekt eingesetzt. Gabi und Uwe scheinen sich wortlos zu verstehen. Sie geben sich kurze Stichworte und sind sofort ein eingespieltes Dozententeam.

Mittags werden wir von Beiden zum Abfischen eingeladen. Sie nehmen uns als Gäste mit, nicht nur als eine voreilig zugesagte Verpflichtung. Welcher Züchter kann von sich behaupten, dass er seine Welpenkäufer -mehr sind wir eigentlich nicht- an seinem Alltag teilhaben läßt? Am Nachmitag geht es auf, zu Runde zwei. Uwe kümmert sich um Frauchen, um diese mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Ironie und absolutem Fachwissen für Bennys Fährtenarbeit fit zu machen.

Kurz danach darf ich mit Gabi eine Trainingseinheit absolvieren (genießen wäre wohl übertrieben, da Gabi zwar sehr freundlich, aber auch sehr kritisch ist). Während Spikes zweiter Fährte am heutigen Tage, lerne ich im Umgang und praktischen Handling mehr, als ich mir für dieses Wochenende erträumen konnte. Die Frau ist eine Wucht… die Sucharbeit eher unbefriedigend. Mein Allheilmittel, ich lenke Spike (Einstein) über die Leine fällt sofort auf und wird unterbunden. Führerhilfen jeder Art werden, ganz gleich ob bewusst oder aus Unwissen heraus gegeben, sofort kritisiert.

Die Tipps, sind mit Gold nicht aufzuwiegen! Spike s u c h t !!!  voller Freude und es ist ein Suchen mit Engagement, Fehlerkorrektur und Kampfgeist. Der Satans-Meute-Riesenschnauzer will unbedingt das Ende der Fährte finden, ganz gleich, ob vorher alles anders war, ob er Unterstützung erhielt, oder ob Herrchen ihn mit seiner Schmuseunterbrechung vom wunderschönen Suchen abhielt.

Abends, bei einem sehr gemütlichen Beisammensein, werden die Leistungen per Fotobeweis ausgewertet. Frauchen hat einen Zweihand-Leinentick! Über diese Unbeholfenheit im Umgang mit der Fährtenleine kann ich, als absoluter Leinenprofi, nur lachen!

{vsig}leine{/vsig}

Sonntag, Uwe hat schon die Fremdfährte für Spike gelegt! Wir stehen wieder auf dem Acker. Spike beginnt und sowohl Uwe, als auch ich, sind der Meinung, dieser Hundejunge sucht sehr gut. Die Rüdinnen sehen das zwar etwas anders, aber für uns drei Jungen,war das eine Reife Suchleistung! Charmant wie Uwe ist, verkneift er sich weitere Kritik an meiner Leistung, wahrscheinlich wissend, dass mein Input-Potential ausgeschöpft ist.

Benny übt die Päckchenstraße, Frauchen die Orientierung auf dem Feld – so etwas nennt man Vollbeschäftigung! Uwe lässt sie eine weitere Fährte legen, die Benny nie absuchen wird! Nur so, um ihre Konzentration zu schulen; das weiß sie nur noch nicht! Außerdem macht es auch Spaß, seine Frau über einen Acker latschen zu sehen, wie ein Storch im Salat! Man sollte eben zuhören, wenn der Ausbilder Anweisungen gibt!

Nach dem Mittagessen -in einem erstklassigen Restaurant in Bad Schmiedeberg- geht es auf zur letzten Runde! Großkotzig lege ich für meinen Traumsuchhund eine ausgefallene Fährte. Gabi, Uwe und selbst Frauchen schütteln nur den Kopf. Lang, mit Bogen und spitzen Winkeln und, und, und! Immerhin hat der Riese -nach meiner Auffassung- ein Konditionsproblem!

Spike kämpft sich bis zum ersten Winkel, den ich prompt überlaufe. Als er sich -unter grober Missachtung meiner Hilfe, dass es da noch weiter gerade aus gehen muss- hinter Gabi und mir wieder in die Fährte hinein sucht, entstand folgendes Bild, welches Frauchen heute noch „feiern“ lässt:

{besps}leinebt{/besps}

Das Leinenproblem von Frauchen ist direkt harmlos gegen meine Leinen-Grobmotorik!

Langer Rede kurzer Sinn: Spike kämpfte wie ein Löwe um die für ihn eigentlich unlösbare Fährtenaufgabe zu bewältigen und schaffte sie! Dabei ließ er einen Gegenstand aus, verwies 2x mittels wütendem „aus der Spur Werfens“ die hier wirklich störenden Gegenstände! Das Leckermäulchen am Ende der Fährte war für diese Leistung eigentlich völlig unterdimensioniert.

Merke:

Hängt in der Fährte schwer und dumm,
das Herrchen an der Leine rum,
den Schnauzer stört nur das Gewicht,
am Suchen hindert es ihn nicht!

Benny hingegen hat mit Frauchen wohl die gelehrigere Fährtenschülerin erwischt. Nachdem die Gegenstände komplett von der Fährte genommen wurden (bis auf den letzten), geht er mit Freude in die Spur. Das „U“, mit zwei zusätzlichen rechten Winkeln und einem langen Bogen, suchte er bravourös ab. Abgekämpft, mit Knie- und Rückenschmerzen, nahm Frauchen das ehrliche Lob von Uwe entgegen.

Unser Ausflug zu unserem Zwinger v. d. SATANS MEUTE, war für uns eine ganz neue Erfahrung! So viel Sympathie, so viel Gastfreundschaft, so viel Hilfe – wir sind überwältigt. Während Gabi versuchte zu helfen, wo es ging, sorgte Uwe dafür, dass die Fülle an Informationen, die wir zu verarbeiten haben, uns nicht „erschlägt“!

Gabi und Uwe, wenn Ihr diese Zeilen lesen solltet: IHR SEID EIN TOLLES TEAM und wir stehen tief in Eurer Schuld! Danke für die perfekte Schulung, Danke für die (von uns nicht eingeplante) liebevolle Betreuung, Danke für Eure „geopferte“ Zeit, DANKE!

Die Details unserer Heimsuchung bei Gabi und Uwe, reiche ich in den kommenden Tagen nach. Für einen kurzen Vorgeschmack, hier die Bilder, die Uwe uns zur Verfügung gestellt hat. Unser vorgezogenes Resümee : TOLL, TOLL, TOLL!

{besps}priesitz11_10_31{/besps}

werfen ihre Schatten voraus!

Der Herbst naht, wenn er auch wettermäßig besser ist, als das, was man uns als Sommer angedreht hat, und somit geht die unproblematische Fährtensuchzeit vorbei. Wer will denn schon am Nachmittag mit der Taschenlampe auf dem Feld stehen, um die nicht verwiesenen Gegenstände wieder einzusammeln? Frauchen, mit ihrem nicht mehr vorhandenen Knie, bestimmt nicht! Ich ahne schon, wer diese Aufgabe im Rudel zugewiesen bekommen soll!

Aber wir haben noch zwei Höhepunkte vor uns: Fährtentraining mit Gabi & Uwe (die Satans Meute Alpha Tiere) und ein Seminar auf Usedom. Also putzt Frauchen das Wohnmobil, dass man vom Fußboden essen könnte. Von außen sieht es  zwar aus, als würde es den nächsten TÜV kaum überstehen, aber drinnen blinkt und blitzt alles. Das macht auch Sinn, weil Schnauzer ja reinliche Hunde sind, die sich bei jedem Wetter brav die Pfoten abstreichen! Wie erkläre ich Frauchen nur in der ersten Nacht, dass die Heizung nicht mehr wirklich funktioniert?

Schnauzer - Dienstfahrzeug

Fährten: Ich könnte mir in den „Allerwertesten“ beißen! Nach der Prüfung verweist Spike astrein!!! Jetzt weiß ich nicht, liegt es daran, dass ich bei der Prüfung die 10-m-Leine zu locker hielt (beim Training surfe ich ca. 3-4 Meter hinter Spike her und versuche verzweifelt, ihn zu bremsen – wir sind somit ein lebender Pflug), oder wollte mich der Riese(n-kumpel) einfach nur auflaufen lassen?

Bei Benny gibt es nicht wirklich viel Neues zu berichten, außer das der Zwerg mit seinem übersteigerten Ego sich gegen sein Herrchen auflehnte. Wirklich! Dieser „Sich-Selbst-Überschätzer und „Alle-Tanzen-nach-meiner-Pfeife-Hund“ versuchte mich nach dem Fährtentraining wirklich und wahrhaftig zu Hause zu besteigen! Scheinheilig hüpfte er auf das Sofa, ließ sich sekundenlang Kraulen, um dann zum Angriff überzugehen! Als ich ihm das mit einer Drehung auf den Rücken verwehrte, muss ich ihm wohl echte Schmerzen zugefügt haben. So einen Schmerzschrei habe ich von Benny noch die gehört. Und dann fängt der kleine Mann tatsächlich an, geifernd und zähnefletschend auf mich loszugehen!  Spikes Reaktion darauf war bilderbuchreif. Er wollte sofort Herrchen beschützen (bilde ich mir jedenfalls ein)! Um beide Hunde nicht aneinander geraten zu lassen, blieb des Zwergschnauzers Fauxpas ungesühnt. Der Westentaschen-Macho hat eine ganze Weile gebraucht, um mit Herrchen wieder zu reden!

{vsig}faehrten1110{/vsig}

 

 

 

Es ist in den letzten Tagen -schnauzertechnisch- nicht viel passiert, daher erfolgte hier kein neuer Eintrag.

Heute war unser „Hamburger-Sohn“ wieder einmal über das Wochenende zu Hause. Wie es sich für erwachsene, die Eltern aufsuchende Söhne gehört, kam er gegen 10:00 Uhr nach Hause und legte sich erst einmal schlafen. Was tun? Der Blitzgedanke kam -ich gestehe es zu meiner Schande- dieses mal von mir: Wir gehen Fährten! Ausnahmsweise ohne Motte (Katrin bitte verzeih uns!) und quasi direkt um die Ecke. Gesagt, getan.

Benny war als erster Suchhund an der Reihe. Sonne, ca. 10°C, böiger Ostwind, Acker -leicht feucht. Frauchen hatte eine Fährte in Form eines  doppelten Blitzes gelegt. Der Zwergschnauzer nahm die Nase tief in die Furche und suchte in bester Manier. Nur an den Gegenständen musste Frauchen vorsagen und bei den (rechten) Winkeln schoss er immer über das Ziel hinaus. Frauchen war im Großen und Ganzen zufrieden.

Spikes Fährte war ein U mit anschließendem rechten Winkel und zwei darauffolgenden spitzen Winkeln. Dank Frauchens Hinweis: „Halte ihn etwas zurück!“, lief der Riese wie auf Schienen. Die Nase tief im Acker. Die rechten Winkel hätte man mit dem Winkelmesser nachzeichnen können, beim ersten spitzen Winkel kam er ins Straucheln, hat sich aber selbst wieder hineingefunden. Den zweiten Spitzen nahm er ohne Komplikationen. Von sieben ausgelegten Gegenständen hat er sechs astrein verwiesen! Herrchen befand sich auf Wolke sieben!

Benny, der kleine Schweineschnauzerhund, hatte in der Zwischenzeit eine Möglichkeit gefunden, wie er aus einer verschlossenen Hundebox ausbüxen kann:

  • An der Rückwand seines eingebauten Autoverschlages auf die „Bremspolsterung“ steigen,
  • durch eine Lücke in das Abteil des Riesen durchquetschen,
  • in aller Seelenruhe durch die Riesenschnauzer-Tür aussteigen (die Gitterstabbreite ist für Riesen gemacht, Zwerge merken nicht einmal, dass da Stäbe vorhanden sind!)

Mit der Nummer kann er in Las Vegas als Entfesslungskünstler auftreten. Nur gut, dass er in seiner Freude zu uns auf das Feld gelaufen kam. Stolz, wie Oskar, als wollte er sagen: Ihr Zweibeiner könnt mich nicht vom Rudelleben fernhaften! Schon gar nicht, wenn der „Große“ mit Euch Spaß hat!“ Hier, in der wunderbaren Einsamkeit eines Feldraines bestand keine Gefahr, aber in mehr befahrenen Gegenden, … wir denken einfach mal nicht weiter.

{besps}okt11faehrte{/besps}

 

Chronik