unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

Schnauzertagebuch 2013

Der zweite Teil der Prüfung stand an. Bei unangenehmem Wetter, mit Regen und Wind (nicht so stark, wie angedroht) ging es wieder am frühen Morgen los.

Benny, der Zwerg, machte auf seinem Weg zur FPR3 gleich augenscheinlich, was er davon hielt. Keine 10 Meter vor der Anmeldung suchte er sich erst einmal ein Plätzchen am Wegesrand, um mit einem deutlich gesetzten Häufchen zu demonstrieren:“Ich finde die Veranstaltung hier Kacke!“ Und genau so suchte – oder besser – schüttelte sich der Kleine über die ersten beiden Schenkel der Regenfährte. Abbruch! Frauchen nahm die erneute Niederlage sehr gelassen hin. Respekt! Der Zwerg hat nach jahrelangem Kampf erreicht, was er wollte: Kuschelhund ohne Prüfungsarbeit lautet sein neuer Status. Es hat lange gedauert, ehe Frauchen das akzeptieren wollte, aber jetzt hat auch sie den Zwergschnauzer verstanden.

Noch etwas „angefressen“ von der gestrigen schlechten Bewertung (oder war sie vielleicht doch nur dem Stellenwert einer IPO-FH angemessen?) holte ich meinen Großen aus der Box. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, sich freudig und triebig in das Fährtengelände zu bewegen, saß er eher gelangweilt und gähnend beim Anlegen des Fährtengeschirrs rum. Der Ansatz war gut, der erste Schenkel bis zum Gegenstand einfach nur ein Traum. Tiefe Nase, kein Faseln nach rechts oder links und ein erstklassiges Platz am ersten Gegenstand nach ca.150 Metern. Als ich die Leine losließ, sprang Spike auf einmal auf und fährtete ohne Kommando weiter. „Das hat er doch noch nie gemacht!“ Dem Riesen folgend, weicht meine Sicherheit. Er tändelt rechts und links, um dann nach rechts abzubiegen. Ich folge ihm, in meinem unerschütterlichen Vertrauen in seine Suchleistung. Geschätzte 15 Meter nach dem Winkel höre ich von hinten einen Zuruf: “ Es tut mir Leid – Abbruch!“ Spike und ich hatten uns von der gelegten Fährte um mehr als die erlaubte Leinenlänge entfernt. Zwar nur um ca. 3 Meter unterhalb des parallel zu unserem Weg verlaufenden richtigen Schenkels, trotzdem völlig zu Recht – Abbruch. Es sollte heute nicht sein!

Es mag sein, dass Spike wie schon angedeutet „etwas ausbrütet“, er meinen Frust über die Bewertung des Vortages merkte und nicht zuordnen konnte, am Vortag jemand hier fährtete und er quasi in einen Verleiter hineinlief … der Schmerz sitzt tief – aber wir waren gestern einfach als Team nicht gut genug!

Wenn der Spruch stimmt, dass das Problem immer an dem Leinenende mit der kleinen Schlaufe ist, dann entschuldige ich mich gedanklich bei meinem Hund dafür, dass ich ihn mit meinen menschlichen Befindlichkeiten aus dem Konzept gebracht habe.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Kommendes Jahr packen wir diese Prüfung!

Danke an alle, die uns bis hierhin unterstützt haben und ein Dankeschön auch an den Prüfer, der seine Freizeit u.a. für uns geopfert hat.

Für die Aufnahmequalität kann ich nachweislich nichts! Ich laufe da vorn über den Acker!
Frauchen hat ausnahmsweise beim Filmen des Erdbodens auch teilweise den Schnauzer und Hundeführer mit erwischt!
Hier die umgeschnittene Prüfungsfährte des ersten Tages.

Gegen 6:00 Uhr fahren Spike und Herrchen zum ersten Teil der Fährtenprüfung. Nach Stunden in der Box, darf Spike gegen 12:00 Uhr ran. Ein völlig unbekannter Leipziger Fährtenleger hat gegen 8:30 Uhr die 1800 Schritt-Fährte weitgehend quer zur Furche in die Wiese gelegt. Der Mann verstand sein Handwerk – eine besch… im Gelände liegende Traumfährte. Für das Gelände kann der Mann nichts.

Der erste Schenkel wurde mehr recht als schlecht genommen. Lag es am Wind, am Gelände oder weiss der Kuckuck woran, so ein Geeier veranstaltet er sonst doch nicht. Die beiden spitzen Winkel fährtete Spike mittels Einkreisen ein – keine Kritik an den Fährtenleger, aber hier ist eigentlich Spikes Stärke. Dazu noch einen Gegenstand auf dem 5. Schenkel überlaufen, Bäckerbursche wir müssen miteinander reden! Weitere Punkte wurden an jedem Gegenstand abgezogen für das Streicheln über den Rücken, „unerlaubte Bindung des Hundes“ oder so. Die letzten beiden Gegenstände hat Spike kurz in den Fang genommen, Herrchen kurz angeguckt, frei nach dem Motto: Siehst Du, dass ich die Dinger finde! Dann gib mir doch endlich mein Futter.

Vom Fährtenleger wurde mir auf dem Rückweg schon gratuliert – reichlich 80 Punkte! Bei der Auswertung schlief mir dann das Gesicht ein … 70 Punkte. Knapper geht es nicht.

Es ist -hundetechnisch- nicht wirklich viel geschehen. Der triste Alltag nagt am Rudel.

Wenn Herrchen wieder etwas Zeit hat, wird er hier nachträglich berichten über:

  • Fährtentraining bei Gabi und Uwe …kurz vorab: Es war „der Hammer“.
  • Urlaub mit Hund in Dangast an der Nordsee … das war der Reinfall
  • IPO-FH-Prüfung … das wird am 2./3. 11. der Knüller (hoffentlich nicht der Brüller)

Als kleinen Vorausblick, hier der erste Einblick:

Am vorletzten Wochenende (18.08.) hatte Frauchen mit zwei weiteren Hundesportfreunden eingerührt, dass weder Herrchen, noch die Schnauzerjungen ausschlafen dürften. Punkt 07:00 Uhr war am Sonntag Treffpunkt auf dem Fährtenacker. Gegen 7:30 Uhr lagen die Fährten auf einem trockenen Ansaatfeld.

Die Damen erwarteten wirklich, dass ich –mitten in der Nacht und im Zustand völliger Schlaftrunkenheit- wisse, wo ich vorher entlang gelaufen bin! Einfach lächerlich! Wir hatten doch Suchhunde mit, die würden das schon richten.

Benny, der “Ich-suche-für-Frauchen-Hund” begann. Vier Gegenstände, eingeknicktes U mit sechs Schenkeln, Länge ca. 700 Schritt.
Mit tiefer Schnauze zog der Zwerg ab. Sowohl die Winkel, als auch die Gegenstände hat der kleine Mann erstklassig genommen.

Lag es an der langen Pause? Motivierte ihn das großzügig verteilte Futter?

Liebt er Frauchen noch abgöttischer?

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Fakt ist, von allen suchenden Hunden dieses Morgens (je 1x Dackel, Hovawart, Riesenschnauzer) war das mit Sicherheit die beste Sucharbeit!

Motte, Christa und Spike suchten ebenfalls sehr gut und hätten nach meiner laienhaften Einschätzung die angestrebte IPO-FH bestanden. Aber Benny hat uns die Überraschung des Tages geliefert.

PS: Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, was wir am letzten Wochenende (25.8.) gemacht haben? Aber dazu später mehr!

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