unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

Der zweite Teil der Prüfung stand an. Bei unangenehmem Wetter, mit Regen und Wind (nicht so stark, wie angedroht) ging es wieder am frühen Morgen los.

Benny, der Zwerg, machte auf seinem Weg zur FPR3 gleich augenscheinlich, was er davon hielt. Keine 10 Meter vor der Anmeldung suchte er sich erst einmal ein Plätzchen am Wegesrand, um mit einem deutlich gesetzten Häufchen zu demonstrieren:“Ich finde die Veranstaltung hier Kacke!“ Und genau so suchte – oder besser – schüttelte sich der Kleine über die ersten beiden Schenkel der Regenfährte. Abbruch! Frauchen nahm die erneute Niederlage sehr gelassen hin. Respekt! Der Zwerg hat nach jahrelangem Kampf erreicht, was er wollte: Kuschelhund ohne Prüfungsarbeit lautet sein neuer Status. Es hat lange gedauert, ehe Frauchen das akzeptieren wollte, aber jetzt hat auch sie den Zwergschnauzer verstanden.

Noch etwas „angefressen“ von der gestrigen schlechten Bewertung (oder war sie vielleicht doch nur dem Stellenwert einer IPO-FH angemessen?) holte ich meinen Großen aus der Box. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, sich freudig und triebig in das Fährtengelände zu bewegen, saß er eher gelangweilt und gähnend beim Anlegen des Fährtengeschirrs rum. Der Ansatz war gut, der erste Schenkel bis zum Gegenstand einfach nur ein Traum. Tiefe Nase, kein Faseln nach rechts oder links und ein erstklassiges Platz am ersten Gegenstand nach ca.150 Metern. Als ich die Leine losließ, sprang Spike auf einmal auf und fährtete ohne Kommando weiter. „Das hat er doch noch nie gemacht!“ Dem Riesen folgend, weicht meine Sicherheit. Er tändelt rechts und links, um dann nach rechts abzubiegen. Ich folge ihm, in meinem unerschütterlichen Vertrauen in seine Suchleistung. Geschätzte 15 Meter nach dem Winkel höre ich von hinten einen Zuruf: “ Es tut mir Leid – Abbruch!“ Spike und ich hatten uns von der gelegten Fährte um mehr als die erlaubte Leinenlänge entfernt. Zwar nur um ca. 3 Meter unterhalb des parallel zu unserem Weg verlaufenden richtigen Schenkels, trotzdem völlig zu Recht – Abbruch. Es sollte heute nicht sein!

Es mag sein, dass Spike wie schon angedeutet „etwas ausbrütet“, er meinen Frust über die Bewertung des Vortages merkte und nicht zuordnen konnte, am Vortag jemand hier fährtete und er quasi in einen Verleiter hineinlief … der Schmerz sitzt tief – aber wir waren gestern einfach als Team nicht gut genug!

Wenn der Spruch stimmt, dass das Problem immer an dem Leinenende mit der kleinen Schlaufe ist, dann entschuldige ich mich gedanklich bei meinem Hund dafür, dass ich ihn mit meinen menschlichen Befindlichkeiten aus dem Konzept gebracht habe.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Kommendes Jahr packen wir diese Prüfung!

Danke an alle, die uns bis hierhin unterstützt haben und ein Dankeschön auch an den Prüfer, der seine Freizeit u.a. für uns geopfert hat.

Für die Aufnahmequalität kann ich nachweislich nichts! Ich laufe da vorn über den Acker!
Frauchen hat ausnahmsweise beim Filmen des Erdbodens auch teilweise den Schnauzer und Hundeführer mit erwischt!
Hier die umgeschnittene Prüfungsfährte des ersten Tages.

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