unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

Wie im Titel schon angesprochen, auch der zweite Anlauf „ging in die Hose“. Dabei hatte alles so gut begonnen. Doch der Reihe nach:

Im Internet fand ich vor einer ganzen Weile einen IPO-FH-Prüfungs-Termin beim GHVS Blumberg. Meine Anfrage, ob eine Teilnahme möglich sei, wurde freundlich mit ja beantwortet. Um es vorweg zu nehmen, die Sportfreunde, mit denen ich zwei Tage verbringen durfte, waren „durch die Bank weg“ die Reise in den Berliner Norden wert! Hier noch einmal ein ganz großes Dankeschön für die freundliche Aufnahme in Euren Reihen.

In Vorbereitung und Erwartung der Prüfung fährtete unser Rudel mehrfach relativ regelmäßig in der Dresdner Umgebung. Benny mehr zu seinem Vergnügen und Frauchens moralischer Beruhigung, Spike immer mit der ihm eigenen Freude am Fährte verfolgen. Da Herrchen mit Regeln auf Kriegsfuß steht, lag nicht ein einziges Mal eine klassische Prüfungsfährte. Gesucht wurde, was Herrchen spontan in die Felder und Wiesen latschte. Spitze Winkel, Bögen, sich selbst überlaufende Fährten und ähnliche unmögliche Gebilde. Spike hatte seine helle Freude daran und kam jedes mal an.

Derart gut vorbereitet, durften wir uns am Wochenende vor der Prüfung den „letzten Schliff“ bei den Satans Meute Freunden verpassen lassen. In Priesitz hatten Gabi und Uwe sich sehr viel Mühe gegeben, uns einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen und an den letzten Feinheiten zu feilen. Das von Herrchen angesprochene Problem, dass Spike neuerdings die Gegenstände durch Ignorieren verweist, zeigte sich überhaupt nicht. Spike suchte an beiden Tagen gut, bis sehr gut  …und Uwe hat es dem Riesen wahrlich nicht leicht gemacht! Mit einem Quäntchen Glück sollte Spike eigentlich bestehen, darin waren wir uns einig.

Freitag, 31.10. -Anreise:

Gegen 16:30 Uhr ging die Reise von Dresden los. Mit Wohnwagen und einem guten, wenn auch mulmigen Gefühl machten sich Herrchen und Spike -ja, Frauchen ließ uns allein in die Ferne ziehen- daran, den Olymp des Fährtenhundesportes zu erklimmen. Kurz vor 20:00 Uhr fanden wir bei Ingrid und ihrem Mann vom o.g. Verein unseren Stellplatz.

Spike und Herrchen genossen die Männerrunde auf engstem Wohnwagenraum. Das Spike Frauchens Bett okkupierte, muss Frauchen nicht wissen. Die Pfotenabdrücke sprechen irgend wann eine deutliche Sprache!

 

Sonnabend, 01.11. -1.Prüfung:

Ankunft im Fährtengelände – ein weites Feld mit Ansagt. Die Temperaturen waren unanständig warm, für einen Novembertag (Herrchen lief die Prüfung kurzärmlig). Der Prüfer, Herr Olaf Pritzkow, strahlte Ruhe und Souveränität aus.

Bei der Anmeldung gab es die erste Irritation. Spikes Fährtengeschirr wurde moniert. Das K9-Geschirr hatte einen Haltegriff, was nach Auskunft des Prüfers nicht statthaft sein. (Ich weiß zwar nicht, wo das steht, Fakt ist, dank eines Messers fehlt der Griff seit diesem Tag.)

Fährtenansatz, wie von Gabi und Uwe mehrfach „eingetrichtert“, und der erste Schenkel wurde gut abgesucht. Spike verweist den ersten Gegenstand, nicht ganz gerade aber nur ganz knapp aus der Linie. Den Bogen meistert Spike mit Bravour und verweist auch den zweiten Gegenstand ordentlich. Auf dem anschließenden Schenkel zieht Spike nach rechts heraus. Warum nur? Gut, mit der Führerhilfe kann ich leben – schade nur, dass der Prüfer auch ein erfahrener Fährtenmensch ist und den Ruck mehr als deutlich registriert hat. Kurz vor dem nächsten Winkel geht Spike wieder nach rechts heraus. Ist das schon der Winkel?! Herrchen bleibt vorsichtig stehen! Der Richter lässt uns gewähren – wahrscheinlich so wie ich hoffend, dass Spike die richtige Entscheidung trifft. Den gestreckten rechten Arm im 45°-Winkel ausgestreckt, tapse ich hinter Spike her, als dieser seinen Weg fortsetzt. Voll in den Verleiter hinein gerannt! Sch… ! Ich hätte heulen können!

 

Sonntag, 02.11. -2.Prüfung:

Es geht nur noch darum, mit erhobenem Haupt zu zeigen, dass wir keine fährtentechnischen Hochstapler sind, die sich völlig überschätzt haben. Zumindest eine gute Punktzahl möchte ich abliefern, den Respekt haben die Blumberger Sportfreunde verdient.

Das Gelände ist ähnlich dem Gestrigen, der Prüfer hat gewechselt (Herr Rainer Pietz). Nicht minder sympathisch, aber noch „einen Zacken“ akkurater (Leinenkontrolle, ob die Länge stimmt …aber dafür war es auch eine IPO-FH-Prüfung und kein Kindergeburtstag).

Fährtenansatz wie am Vortag, erster Schenkel mit leichten Gammeleien von Spike und Gegenstand überlaufen. Das kann ja heiter werden! Spitzer Winkel nach links, nahezu wie auf Schienen. Zweiten Gegenstand leicht schräg verwiesen. Spitzen Winkel nach rechts leicht kreiselnd eingesucht. Nach dem rechten Winkel kommt ein längerer Schenkel. Warum in Aller-Herrgotts-Namen zieht Spike nach vielleicht 150 Schritten wieder im spitzen Winkel nach rechts? Hatten wir nicht gerade zwei davon hinter uns?
Die Stimme des Richters reißt Herrchen aus seinen Zweifeln und bestätigt: „Verleiter – Abbruch!“

Zwei mal den gleichen Fehler zu machen, das grenzt schon an Dummheit. Nicht Spikes, sondern meine eigene. Ich habe dieses Element des Verleiters einfach nie ernst genommen.

 

Fazit:

Auf den ersten, oberflächlichen Blick war es ein völlig sinnloses Wochenende!
Mit Abstand betrachtet, haben Spike und Herrchen in der Enge des Wohnwagens eine noch stärkere Bindung aufbauen können. Aus dem Papa-Hund ist ein Superpapa-Riese geworden!
Ich durfte einen Hunde-Sportverein erleben, der richtig aktiv und sympathisch rüber kommt, bei dem man auch als Fremder kein Fremder ist.

 
 

Ich danke allen genannten und ungenannten Helfern, Sportfreunden, Verleitern 😉 , Richtern und Freunden für ihre Unterstützung.

PS: ALLER GUTEN DINGE SIND DREI!

Eine Antwort auf IPO-FH vergeigt

  • 😥 Hallo, ihr Beiden. Ich ärgere mich mindestens genauso, wie Du! Wollte immer den Verleiter noch mit reinbringen!!!!! Aber da haben wir uns tatsächlich von Spike „einlullen“ lassen. Nun gut, dass kann man auch üben. Braucht man nur einen Fährtenleger mehr. Für den Verleiter 😆 . Da muß Claudia eben auch mit ran.

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