Schnauzertagebuch

unser Leben mit einem Zwerg- und Riesenschnauzer

Zwei Tage voller Stress liegen hinter uns. Das Ergebnis des 48-Stunden-Dauereinsatzes: Spike und Benny spielen miteinander, wir werden langsam zu einem echten Rudel!

Der Montag (Temperaturen von reichlich 30°) war mit der Suche nach einem schattigen, kühlen Platz und der Verteidigung desselben ausgefüllt. Ständig gerieten unsere beiden „Kampfhunde“ aneinander. Benny entdeckte seine Liebe zu altem, kaum gebrauchten Spielzeug wieder. Sobald Spike damit spielen wollte, waren der übergroße Basketball, das für Spike erworbene Ziehseil, ja sogar das unscheinbare Stöcken der Mittelpunkt der Welt. Dieses überlebenswichtige Spielzeug galt es mit aller Macht zu verteidigen.

Dienstag: Der Stress für die „Rudelsöhne“ ebbt ab. Sie finden langsam ihren Platz im Revier. Die Fahrt zum Badesee verlief bis auf Spikes Anmaßung, Benny beim „Aus-dem-Fenster-sehen“ zu stören, knurr- und kampffrei. Am See zeigte Benny, dass er im letzten Leben ein Schwan gewesen sein muss – schwimmen und im Wasser tollen! Spike hielt sich vornehm zurück. Versuche, ihn mit Leckerlis und einem Säuseln in der Stimme in den See zu bekommen endeten in Kniehöhe (seiner – nicht meiner!!!). Einstein / Spike machte seinem Namen alle Ehre und dachte tiefgründig über unser Zusammenleben nach, dass er dabei einschlief sei ihm verziehen!
Seit unserem Rückmarsch zum Auto (ca. 500 m), konnte mann zusehen, wie sich beide Hunde anfingen zu akzeptieren.
Ein abendlicher Spaziergang (BEIDE OHNE LEINE), komplettierte die Ansätze der Harmonisierung.
Jeder bekommt seine Zuwendung, jeder spielt mit jedem – Familie Rudel Trinks hat sich zusammengerauft.

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht, versuchen alle Beteiligten erst einmal ihren Platz in der Meute neu zu besetzen und sich an einen Tagesrythmus zu gewöhnen.

So langsam haben wir die Qualifikation als „Hundeanimateur“ drauf. Schmust der Zwerg, wird das Riesenbaby beschäftigt; frisst der Riese, geht einer auf den Zwerg ein.

Kein Mensch hat uns gesagt, dass das ein 24-Stunden-Job ohne Mittagspause ist!

Meine Qualifikation als Putzhilfe ist auch nicht ohne: wischen, trocknen, Duft beseitigen – MC Clean hätte seine helle Freude (Frauchen auch).

Zu Frauchen:  Es tut gut zu sehen, wie sie instinktiv richtig mit BEIDEN Schnauzern umgeht. Weibliche Intuition oder Taktgefühl – keine Ahnung. Sie wird von Benny vergöttert und Spike zeigt ihr permanent seine Zutraulichkeit. Man(n) könnte direkt eifersüchtig werden!

Spike lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen! Benny versucht sein Revier zu behaupten. Er knurrt, bellt und stolziert. Wir hatten einen Wolf im Schafspelz.

Spike zeigt Charakter, er „knurrt“ (noch klingt es niedlich) zurück, und versucht mittels Masse seinen neu erworbenen Platz zu behaupten.

Gegen 15:00 Uhr trafen wir nach einer längeren Heimfahrt in Dresden ein. Zwei kurze Stopps (man sieht das mir der neuen Rechtschreibung komisch aus), da Einstein / Spike sich übergeben musste, waren die einzigen Unterbrechungen auf unserer Fahrt.
Zu Hause angekommen ging der Trubel los – und ich rede nicht von den Menschen.
Benny war alles andere als erfreut. Vorsichtiges Beschnuppern, kaum wahrnehmbares Schwanzwedeln – rund herum eine komische Situation. Nachdem Spike sich vorsichtig sein neues zu Hause angesehen hatte, wurde es erst einmal begossen. Mitten auf den guten „Kaufmarkt-Perser“. Zwei weitere Entleerungen mit festem Hintergrund folgten. So eine Sch…! Von diesen kleinen -normal vorhersehbaren- Pannen nun zu dem Problem:

Beide Hunde schenken sich in den ersten Stunden ihres Zusammenlebens nichts! Ich hörte Benny noch nie so tief knurren, wie heute! Spike, der unwahrscheinlich lieb und anhänglich erscheint, kann das Knurren mindestens ebenso gut – zumindest äußerst voluminös. Wir sind gespannt, wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickeln wird. Die beiden passen zusammen wie „Latsch und Bommel“, scheinen sich aber momentan nicht wirklich riechen zu können.

Come ci come ca.

Am 03. Januar 2008 trat unser neuer Sonnenschein in unser Leben. Ein Zwergschnauzer, laut Züchter rasserein, jedoch ohne Papiere.
Sei’s drum, selbst wenn in seinem Stammbaum ein Dackweiler auftauchen sollte, Benny ist einfach nur:

„HUNDE L I E B E Herz„!!!

Familiär hatten wir andere Probleme, als uns um Fotos und ähnliches zu kümmern.

Da sich, wie angedeutet, unsere Lebensumstände völlig geändert haben, brauchen wir nunmehr einen größeren Hund.

Wer einmal einen (Zwerg-, Mittel-, oder Riesen-) Schnauzer hatte, der weiß, diese Rasse hat mehr als nur etwas Charme.

Was also lag näher, als zur Miniausgabe dieser Rasse die Maxiversion hinzuzufügen?

Morgen nehmen wir nun also einen Riesenschnauzerwelpen bei uns auf. Dieser wird auf den Rufnamen Spike hören, unabhängig davon, dass er eigentlich „Einstein von der Satansmeute“ heißt.

Auf diesen Seiten möchte ich die Entwicklung Spike’s, das Zusammenleben Benny mit Spike und unser hündisch orientiertes Familienleben dokumentieren, nicht wissend, was in den nächsten Jahren daraus wird.

Chronik